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Hörverlust durch intensives Musikhören über MP3-Player und Handy

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11.12.2010 | Von Dirk Bösel

Eine internationale Studie der Initiative Hear the World zeigt, wie lange und laut insbesondere Teenager Musik über Kopfhörer konsumieren.

Demnach hören 91 Prozent der deutschen Teenager Musik über MP3-Player und Handy, elf Prozent davon mehr als drei Stunden pro Tag. Weitere elf Prozent tun dies bei der maximal möglichen Lautstärke.

Im Rahmen der Studie hat Hear the World, eine weltweite Initiative des Hörgeräteherstellers Phonak, in Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz, Großbritannien und den USA über 4.400 Menschen im Alter von 14 bis 65 Jahren zu ihren Hörgewohnheiten befragt.
Einige Ergebnisse im Überblick:
  • Zehn Prozent der Deutschen hören täglich Musik über MP3-Player und Handy. Weltweiter Spitzenreiter sind die USA mit 18 Prozent, gefolgt von Großbritannien mit 16 Prozent.
  • In der Gruppe der deutschen Teenager sind es 36 Prozent, die täglich über MP3-Player und Handy Musik hören. Spitzenreiter sind die Jugendlichen in Italien mit 52 Prozent, gefolgt von der Schweiz mit 46 Prozent.
  • Über 80 Prozent der Deutschen hören Musik lauter als 50 Prozent der maximal möglichen Lautstärke, 6 Prozent davon hören bei voller Lautstärke. Bei den deutschen Teenagern sind es sogar elf Prozent, die ihre MP3-Player und Handy bis zum Anschlag aufdrehen.
  • Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer beträgt bei über der Hälfte der befragten Deutschen mehr als eine Stunde, elf Prozent der deutschen Teenager bringen es sogar auf über drei Stunden.

Hörverlust nimmt zu

Wie gravierend die Folgen speziell für junge Menschen sein können, zeigt laut Hear The World eine von der Krankenkasse DAK vorgelegte Untersuchung. Diese belege, dass die Zahl der versicherten Kinder und Jugendlichen, denen seit 2005 ein Hörgerät verschrieben wurde, um 38 Prozent gestiegen ist.
Die WHO gehe weltweit von 170 Millionen Kindern aus, die auf eine Hörhilfe angewiesen sind, um eine normale Hör- und somit Sprachentwicklung durchlaufen zu können.

Experten zufolge sei der zunehmende Hörverlust bei jungen Menschen neben einem generell erhöhten Lärmpegel in unserem Alltag, auch auf eine stark zunehmende Mediennutzung zurückzuführen.

"MP3-Player gehören heute bei Jugendlichen einfach dazu. Das Problem: Oft wird ein Schallpegel von >90 dB, ab dem das Gehör nachhaltig geschädigt werden kann, überschritten - und das über einen längeren Zeitraum", erläutert Professor Patrick Zorowka von der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen an der Universität Innsbruck in einer Mitteilung von Hear The World.

Weiter heißt es dort: "Dem Gehör fehlt die Möglichkeit, sich nach einer zu hohen Belastung und ungenügender Lärmpause zu erholen. Die meisten Menschen wissen zwar, dass zu laute Musik das Gehör schädigt. Ihnen ist dabei aber oft nicht bewusst, dass Hörschäden irreversibel sind - und das unabhängig vom Alter."

Empfehlung: Musik genießen - mit Vernunft und der 60/60 Regel

Experten zufolge sind Hörschäden besonders wahrscheinlich, wenn Musik zu laut und über einen zu langen Zeitraum gehört wird. Wer sich vor einem späteren Hörverlust schützen möchte, sollte als Faustregel Musik pro Tag nicht länger als 60 Minuten bei einer Lautstärke von 60 Prozent des Maximalvolumens eines MP3-Players oder Musikhandys konsumieren. Wer täglich starkem Lärm am Arbeitsplatz oder Verkehrslärm ausgesetzt ist, sollte seinem Gehör entsprechend mehr Ruhepausen gönnen.


Hear the World ist eine weltweite Initiative des Hörgeräte-Herstellers Phonak. Nach eigenen Angaben engagiert sich die Initiative neben der Prävention von Hörverlust in der Aufklärung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen über die Bedeutung guten Hörens. Bekannte Persönlichkeiten wie Bryan Adams, Annie Lennox, Sting oder Plácido Domingo unterstützen Hear the World als Botschafter.

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Re: Hörverlust durch intensives Musikhören über MP3-Player und Handy (, 17.12.10 08:00)

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