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Studie: Dauerschallpegel bei Musik steigt

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02.05.2009 | Von Dirk Bösel

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva befasst sich in ihren Studien unter anderem mit den gesundheitlichen Auswirkungen digitaler Audioplayer auf das Gehör.

Sie stellte in zurückliegenden Untersuchungen fest, dass MP3-Player mit Ohrhörern das Gehör schädigen können. Zwar hielten MP3-Player unter Verwendung von Original-Hörern weitgehend die EU-Norm ein, doch könne dies durch andere Kopfhörer oder moderne Musikproduktionen ausgehebelt werden.
Positiv: Die Betrachtung des Hörverhaltens bei Schweizer Jugendlichen deutete auf einen moderaten Umgang mit dem Lautstärkeregler hin. Näheres lesen Sie in unserem Artikel.

Musik wird immer lauter

Nun hat sich sie Suva intensiver mit dem Thema Musikproduktion beschäftigt. Das Ergebnis: Musik in digitalen Formaten, zum Beispiel von CD oder als MP3, wurde in den letzten 25 Jahren immer lauter. Der aktuellen Studie zufolge nahm der Dauerschallpegel in diesem Zeitraum um rund 10 Dezibel zu, was zu Gefährdungen des Gehörs führen könne.

Insgesamt 400 Musiktitel aus Pop, Jazz und Klassik wurden gemessen. Dabei zeigte sich, dass aktuelle Musikstücke für das Gehör kritischer sind als Stücke älteren Datums.
Beispielsweise stieg der Dauerschallpegel des Titels "So Far Away" von den Dire Straits seit der Erstveröffentlichung auf CD im Jahr 1985 von 88 dB auf nunmehr 93 dB in der neu abgemischten Wiederauflage von 1995 an. 2005 lag der Wert dank "Remastering" bei 99 dB. Das sind 11 dB mehr für die gleiche Musik, was "über 10 Mal mehr Schallenergie" entspricht, so die Siva-Studie.


Wellenformansicht "So Far Away" von 1985 und 2005 (Bild: Suva)

Erreicht wird dies durch eine Reduktion des Dynamikumfangs. Das heißt, leise Stellen werden zusätzlich verstärkt. Von vielen Musikinteressierten wird dieses Vorgehen auch aus qualitativer Sicht sehr kritisch beurteilt.

Auswirkungen auf das Gehör

Die Suva beurteilt diese Entwicklung kritisch, weil sie Konsequenzen für das Gehör hat: "Auf einem MP3-Gerät nach Euro-Norm (Grenzwert 100 dB) erreicht Musik von 1985 maximal einen Dauerschallpegel von 90 dB und darf somit pro Woche 10 Stunden lang gehört werden. Aktuelle Musiktitel kommen aber auf 100 dB oder mehr und können dem Gehör nur noch während einer Stunde pro Woche zugemutet werden. Bei klassischer Musik tritt das Problem nicht auf, weil die lauten Stellen nur kurz dauern. Die leisen Stellen verschaffen dem Gehör Erholung. Deshalb besteht hier auch bei voll aufgedrehter Lautstärke wenig Gefahr." heißt es in einer Mitteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt.

Eine Senkung des Grenzwertes von 100 dB auf beispielsweise 90 dB sieht Beat Hohmann, Leiter des Bereichs Physik der Suva, als den falschen Weg an. Dies würde den Hörgenuss von anspruchsvoller Musik schmälern. Statt dessen sollten MP3-Player verbessert werden. Als Ansätze werden genannt:
  • eine Lautstärkenanzeige mit einer Schallpegelskala in Dezibel,
  • die Anzeige des momentanen Schallpegels auf dem Display,
  • eine fortlaufende Errechnung der Gehörbelastung und eine optische und akustische Warnung bei Überschreiten der Tagesdosis oder
  • die automatische Reduktion der Lautstärke, wenn Überdosis droht.

In einer aktuellen Ausgabe ihrer Informationsbroschüre "Musik und Hörschäden" gibt die Suva konkrete Anhaltswerte für den Musikgenuss:


(Datenquelle)


Tipp: Zusätzliche Informationen, insbesondere über die Gründe und die musikalischen Aspekte dieser Entwicklung, finden sich im Wikipedia-Artikel zum Thema "Loudness War" oder über dieses Stichwort in Suchmaschinen.

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