Anzeige
MPeX.net Suche
Home Page : News : Allgemein : Musikindustrie: Internetsperren statt Massenklagen?

Musikindustrie: Internetsperren statt Massenklagen?

Artikel: weiterempfehlen | kommentieren
22.12.2008 | Von Dirk Bösel

Nachdem die US-Musikindustrie verlauten ließ, statt mit Massenklagen nun durch eine Zusammenarbeit mit Internet Service Providern (ISP) gegen illegale Musikdownloads vorgehen zu wollen, meldet sich der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) zu Wort und begrüßt die Strategie der Recording Industry Association of America (RIAA).

Erkennen Rechteinhaber in den USA einen Verstoß, sollen zukünftig die ISPs informiert werden und ihrerseits den betreffenden Kunden Warnungen zukommen lassen. Darin werden sie aufgefordert, ihr Treiben einzustellen. Zeigen sich die Ertappten wenig einsichtig, wären Sanktionen der ISPs wie eine Drosselung oder gar Sperrung des Internetzugangs denkbar.
Eine Herausgabe von Kundendaten und ein anschließendes juristisches Vorgehen der Rechteinhaber gegen die betreffenden Personen wäre damit vom Tisch. Nur bei massiven oder wiederholten Rechtsverletzungen wolle sich die RIAA diesen Weg offen halten.

"Nach Frankreich und England schlagen jetzt auch die USA den von uns propagierten Weg zu einer effizienten Bekämpfung von Internetpiraterie mit Warnhinweisen ein. Massenverfahren gegen Internetpiraten waren und sind eine Notwehrlösung, solange keine effizienten Alternativen umgesetzt werden", wird Dieter Gorny, Vorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie in einer Mitteilung des Verbandes zitiert. Umfragen in Frankreich und England hätten laut BVMI gezeigt, das 70 bis 90 Prozent der Internetnutzer bei einem ersten bzw. zweiten Warnhinweis ihr illegales Handeln einstellen würden. "Ohne die Bereitschaft von Politik und Providern in Deutschland, den Versand von Warnhinweisen zumindest zu testen, bleibt uns keine Alternative zur juristischen Verfolgung von Internetpiraterie", so Gorny.



Seit Beginn der "intensiven Verfolgung" von Urheberrechtsverletzungen im Internet im Jahr 2004 sei die Zahl illegaler Musikdownloads von 600 Millionen auf 312 Millionen in 2007 zurückgegangen. Damit kämen auf einen legalen Download derzeit noch acht bis zehn illegale Downloads. Laut BVMI wurden 2007 und 2008 in Deutschland rund 60.000 Strafanzeigen wegen Urheberrechtsverletzungen bei Musik gestellt.

Artikel: weiterempfehlen | kommentieren
Kommentieren | Verschicken


KOMMENTARE / DISKUSSION
Kein Kommentar vorhanden

[ Kommentar schreiben ]
LESEZEICHEN SETZEN
Bookmark bei del.icio.us Bookmark bei Mister Wong Bookmark bei Digg Bookmark bei Folkd Bookmark bei Webnews Bookmark bei Google Bookmark bei Yahoo Bookmark bei Linkarena Bookmark bei Yigg
NEWSLETTER
» Jetzt für kostenlosen Newsletter anmelden
LINKS
»  Bundesverband Musikindustrie
»  Recording Industry Association of America (RIAA)

« Voriger Artikel News Gesamtübersicht Nächster Artikel »

Anzeige
Copyright © 2017 MPeX.net GmbH       Impressum       Verzicht       Suche Hosting by mpex