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The Fast and the Furious: Tokyo Drift

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Kinostart
13.07.2006

Genre
Action

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
UIP

Regie
Justin Lin

Autor
Chris Morgan

Laufzeit
104 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Lucas Black
Lil' Bow Wow
Nathalie Kelley
Brian Tee




Ästhetik in den Kurven

INHALT

Tokyo Drift Shaun Boswell (Lucas Black) hat ein Problem: Nach Ärger mit der Polizei wegen einem illegalen Straßenrennen, schickt ihn seine Mutter zum Vater nach Tokyo, um ihrem Sohn einen Aufenthalt im Gefängnis zu ersparen. In Tokyo lernt Shaun den Amerikaner Twinkie (Bow Wow) kennen, der ihn in die Racing-Welt der Stadt einführt. Selbstbewusst fordert Shaun sofort den Champion D.K. (Brian Tee) heraus und verliert deutlich, da er die in Japan praktizierte Technik des Driftens noch nicht beherrscht.

Der Japaner Han (Sung Kang) nimmt Shaun von nun an unter seine Fittiche und bringt ihm neue Fahrtechniken bei. Als sich Shaun aber in die hübsche Freundin D.K.’s Neela (Nathalie Kelley) verliebt, hat das eine ganze Reihe von Folgen. Schließlich kommt es zum Showdown zwischen Shaun und D.K. und Yakuza-Boss Kamata (Sonny Chiba) ist bereit, den Verlierer zu bestrafen.



KRITIK

Tokyo Drift Und weiter geht es mit dem Sequel-Reigen in diesem Jahr: "Basic Instinct 2", "X-Men 3", "Mission: Impossible 3", "Final Destination 3", "Ice Age 2", es folgen noch "Fluch der Karibik 2", "Superman Returns" und man könnte die Liste fortsetzen. Vor dem dritten Teil der beliebten Racing-Reihe "Fast and the Furious" war eine gewisse Skepsis durchaus angebracht, denn es verheißt häufig nichts gutes, wenn keiner der Stars aus den ersten beiden Teilen mitspielt und auch auf dem Regiestuhl jemand anderes Platz nimmt. Doch Regisseur Justin Lin ("Better Luck Tomorrow") hat im Endeffekt alles richtig gemacht: Fans der Serie werden nicht enttäuscht und auch sonst ist "Tokyo Drift" alles andere als ein schlechter Film.

Denn überraschenderweise bietet der dritte Teil von "Fast and the Furious" den filmisch besten Ansatz zur Welt der illegalen Straßenrennen. Die Story ist zwar schlicht, aber ehrlicher als bei den Vorgängern. Die moralische Absicherung durch einen Undercover-Cop als Haupthelden wird hier weggelassen, Shaun ist einfach ein Jugendlicher, der gerne mit Sportwagen durch die Gegend rast und dadurch kriminell wird. Dieser Aufbau ist um einiges ehrlicher als in den ersten beiden Teilen, denn schließlich werden auch dort die Straßenrennen nicht kritisch reflektiert, sondern eher glorifiziert. Interessant an der Story ist ferner, dass unser Held Shaun nach seiner Ankunft in Tokyo alles andere als der King ist. Vielmehr versagt er in seinem ersten Rennen vollkommen und muss von vorn anfangen.

Tokyo Drift Auf der anderen Seite führt diese Tatsache dazu, dass der Rest der Geschichte eher an ein Video-Spiel erinnert. Mithilfe von Mentor Han lernt Shaun neue Techniken, gewinnt die ersten Rennen und bereitet sich auf den Showdown gegen den Hauptkonkurrenten vor, viel schlichter geht es wirklich nicht. Diese neuen Technik, die Shaun lernen muss, das sogenannte Driften, ist dagegen durchaus einen zweiten Blick wert, bietet es doch endlich auch einen Zugang für Zuschauer, die sonst wenig mit Sportwagen anfangen können. Beim Driften geht es nämlich nicht um die reine Geschwindigkeit, sondern um das geschickte "Rutschen" in den Kurven, das bei den Rennen einiges an Zeit einspart. Diese Technik entwickelt auf der Kinoleinwand eine gewisse Ästhetik und sorgt unter anderem für eine wunderbar gefilmte Szene bei Nacht, die für einen Mainstream-Film dieser Art bemerkenswert gut gelungen ist.

Aber natürlich gibt es an "Tokyo Drift" auch jede Menge zu bemängeln. Neben der viel zu einfach geratenen Story wären da die merkwürdige Logik, mit der Amerikaner Shaun sofort nach seiner Ankunft in Tokyo auf eine rein japanisch-sprachige Schule geschickt wird oder die deutlich klischeebelastete Darstellung der japanischen Yakuza. Die darstellerischen Leistungen sind als solide zu bezeichnen, Hauptdarsteller Lucas Black ("Jarhead") hat ein angenehm unverbrauchtes Gesicht und passt gut in die Rolle des Jugendlichen, der sich in neuer Umgebung beweisen muss. Die größte Stärke von "Tokyo Drift" im Vergleich zu den Vorgängern liegt aber in der Sparsamkeit an übertriebenen Action-Szenen. Zwar gibt es auch hier unübersichtlich inszenierte Renn-Sequenzen, im Vergleich mit der abstrusen Logik und völlig übertriebenen Action in den Vorgänger-Filmen muss man diese aber fast schon als realistisch bezeichnen. So ist die Geschichte, die "Tokyo Drift" erzählt, zwar langweiliger als in den ersten beiden Teilen, die weniger spektakuläre, aber deutlich bessere Inszenierung von Justin Lin macht dieses Manko jedoch wieder wett.



FAZIT

Tokyo Drift Auch der dritte Teil der Racing-Reihe ist natürlich wieder schnell, furios und so cool, dass es weh tut. Freunde der Serie kommen sicherlich auf ihre Kosten und sogar für den Auto-Laien kann der Film etwas bieten. Zwar hat Regisseur Lin das Beste aus dem Stoff herausgeholt, das Drehbuch ist aber insgesamt zu schwach, um für einen durchweg positiven Gesamteindruck zu sorgen. So ist auch der dritte Teil von "Fast and the Furious" vor allem etwas für Fans, überrascht aber positiiv durch seine Abgrenzung zu den Vorgängern. Den Namen Justin Lin sollte man sich jedenfalls merken.

Von Till Kadritzke



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