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Ricky Bobby - König der Rennfahrer

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Original Titel
Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby

Kinostart
12.10.2006

Genre
Actionkomödie

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Sony

Regie
Adam McKay

Autor
Will Ferrell/ Adam McKay

Laufzeit
108 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Will Ferrell
John C. Reilly
Sacha Baron Cohen
Gary Cole




Familienidylle auf Fahrerflucht

INHALT

Ricky Bobby - König der Rennfahrer Ricky Bobby (Will Ferrell, "Verliebt in eine Hexe") ist ein unkomplizierter Typ. Er weiß genau, was er will. Und das beschränkt sich auf Geschwindigkeit. Hochgeschwindigkeit. Bescheidenheit ist hingegen keine Tugend des Speedfreaks und so landet Ricky nach einer turbulenten Kindheit als Autofanatiker bei der amerikanischen Königsklasse des Motorsports NASCAR. Dort macht Ricky, nachdem er zunächst als Mechaniker bei Lucius Washingtons (Michael Clarke Duncan, „The Green Mile") Boxenstoppcrew angestellt ist, bald Karriere als Fahrer bei dem altehrwürdigen, allerdings weniger erfolgreichen Rennstall Dennit.

Sein erster Auftritt als Rennfahrer kommt zunächst recht unvermittelt, als er für den lausigen Dennit-Fahrer eines Tages plötzlich einspringen darf. Ricky Bobbys Rennfahrerkarriere beschleunigt damit sprichwörtlich von Null auf 100, pardon 300. Der neue Held des Motorsports gewinnt sämtliche NASCAR-Trophäen und Kumpel Cal Naughton Jr. (John C. Reilly, „Chicago") erfährt ebenfalls einen Aufstieg vom Mechaniker zum Fahrer und darf im Windschatten folgen. Erst als der französische Ex-Formel1-Fahrer Jean Girard (Sacha Baron Cohen, „Ali G in da House") auftaucht, um Ricky den Rennfahrerthron streitig zu machen, gerät Rickys Bilderbuchleben ins Schlingern. Erst baut er einen folgenschweren Unfall bei dem Versuch, mit angeknackstem Arm und Stolz ein Rennen zu fahren, dann verlässt ihn auch noch Ehefrau Carley (Leslie Bibb) – für Cal. Ricky Bobbys Leben liegt in Scherben und eine Rückkehr in die NASCAR-Welt ist unwahrscheinlich. Oder?



KRITIK

Ricky Bobby - König der Rennfahrer Ach, Sie haben gerade nichts zu tun? Dann überlegen Sie sich doch einmal, wie ein idealer Männerfilm so aussehen könnte! Flotte Flitzer, prima Bräute, wenig Tränendrüse, aber umso mehr Körperflüssigkeitsaustausch. Hört sich an wie ein Steckbrief von "Ricky Bobby - König der Rennfahrer", glauben Sie? Ja, aber die Sache hat einen Haken, oder vielmehr zwei. Zum einen ist der Film so züchtig, dass er ab 12 Jahren freigegeben ist, und zum anderen wird der Held des Films – oh Schreck – von einem schwulen Franzosen vor versammelter Machomeute quasi entmannt, auch wenn er dabei sein bestes Stück behalten darf. Das Auto ist allerdings nach dem ersten Rennen mit dem französischen Kollegen futsch. Und von Ricky Bobby ist nicht viel mehr als ein Häufchen Elend übrig.

Rickys Unfall markiert für die NASCAR-Legende das vorläufige Ende seiner Männlichkeit. In Panik reißt er sich noch an der Unfallstelle die Kleidung vom Leib, weil er glaubt, in Flammen zu stehen, obwohl er vollkommen unversehrt ist. Unter Schock verzieht sich der gefallene Überflieger im Glauben, gehbehindert zu sein, in eine Klinik, während sein Freund Cal sich Rickys Job und dessen Boxenluder-Ehefrau unter den Nagel reißt. Auf der Rennstrecke taugt der einstige Dennit-Held nichts mehr, da sein Trauma eine Geschwindigkeitsphobie ausgelöst hat. Das kommt einer Kastration gleich. Dem Film mangelt es indes nicht an Potenz.

Ricky Bobby - König der Rennfahrer Testosterongesteuert führt „Ricky Bobby – König der Rennfahrer" den Zuschauer unermüdlich durch alle NASCAR-Instanzen. Von Talladega bis Rockingham, Speedway-Action inklusive der 35 extra für den Film gefertigten Rennwagen gibt es reichlich. Wen das nicht interessiert, der muss sich in „Ricky Bobby – König der Rennfahrer" an Ferrells Talent als Komiker halten. Zusammen mit dem Team, mit dem er schon „Anchorman" inszenierte, sorgt der ehemalige „Saturday Night Live"-Star für herrliche, dummdreiste Lacher. Viele Szenen sind frei improvisiert und deshalb besonders witzig. Ferrells Art von Humor ist jedoch nicht jedermanns Sache. Schon als Ron Burgundy („Anrchorman") und Weihnachtself Buddy („Buddy – Der Weihnachtself") sorgte Ferrell für ein gespaltenes Zuschauer- und Kritikerlager. Dasselbe gilt für Sacha Baron Cohen, besser bekannt als Ali G, der im Film eine etwas gewöhnungsbedürftige Parodie eines schwulen Franzosen gibt, der noch bei 250 Sachen gemütlich Camus’ „L’Étranger" lesen kann.

So richtig in Fahrt kommt der Film trotz Satire und heißer Öfen aber nie. Sobald die Komik der Gegenüberstellung von Monsieur Ménage-à-trois und dem All-Amercian Redneck ausgelotet ist, kommt der Handlungsmotor ins Stottern. Rickys Rehabilitation verkommt zur Familienschnulze. Wie Zucker im Tank wirkt das Auftreten des Vaters Reese Bobby (Gary Cole, „Die Brady Familie"), der sich nie um seinen Sohn gekümmert hat und nun alles wieder gutzumachen scheint. Das traute Familienprozedere überfährt rücksichtslos den Charme Ferrells als Blödmann Ricky Bobby, dem auf einmal ein weiches Herz angedichtet wird, wo keines hingehört.



FAZIT

Ricky Bobby - König der Rennfahrer „Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte", so das Motto Ricky Bobbys. Genauso gut hätte wohl Will Ferrells Slogan für die Rennfahrerklamotte „Ricky Bobby – Der König der Rennfahrer" lauten können. Bist du nicht mein Fan, bist du mein Feind. Soll heißen, bist du nicht der Erste, der ins Kino rennt, um diesen Streifen zu sehen, bist du wahrscheinlich so ziemlich der Letzte, der sich so viel NASCAR-Klamauk freiwillig antun würde.

Von Therese Hopfmann



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