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Das größte Spiel seines Lebens

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Original Titel
The Greatest Game Ever Played

Kinostart
08.06.2006

Genre
Drama

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
Buena Vista

Regie
Bill Paxton

Autor
Mark Frost

Laufzeit
121 Minuten

Hauptdarsteller
Shia LaBeouf
Stephen Dillane
Elias Koteas
Peter Firth




Der Weg ist das Ziel

INHALT

Das größte Spiel seines Lebens Es gibt Filme, in deren Natur es liegt, ihren Ausgang schon vor dem Anfang preiszugeben. Dazu zählen Historienfilme nach wahren Begebenheiten und Sportfilme. Diese Genres müssen immer mit der Problematik des vorprogrammierten Endes umgehen und wenn ein Film auch noch beide in sich vereint, ist die Umsetzung entsprechend schwer. "Das größte Spiel seines Lebens" traut sich, dieses Experiment zu wagen. Die Versuchsbedingungen sind allerdings nicht die einfachsten: Es geht um Golf – Sport der Polohemden und langwierigen Turniere.

1913 trat ein erst 20-jähriger Amateur aus Massachusetts überraschend bei den U.S. Open gegen den Weltmeister Harry Vardon an. "Das größte Spiel seines Lebens" erzählt, wie es dazu kam. Francis Ouimet (Shia LaBeouf, "I, Robot" ) wächst als Sohn einer Arbeiterfamilie in unmittelbarer Nähe eines Golfplatzes auf. Dort arbeitet er als Caddie und entdeckt sein Talent für den Sport, der ihm aufgrund seines sozialen Status’ aber nur schwer zugänglich ist. Gegen den Willen seines Vaters Arthur (Elias Koteas, "Gattaca") trainiert Francis eifrig und gewinnt schon bald Highschool-Wettkämpfe. Als ihm 1913 ein Amateurstartplatz in der U.S. Open angeboten wird, tritt er zusammen mit dem 10-jährigen Dreikäsehoch-Caddie Eddie Lowery (Josh Flitter) an und entwickelt sich von einer nervösen Publikums-Lachnummer zu einem ernsthaften Konkurrenten, der selbst die Top-Favoriten in Schach hält.



KRITIK

Das größte Spiel seines Lebens Ob man es glaubt oder nicht, Golf ist ein beliebter Filmsport. Man erinnere sich nur an die Romanzen-Variante "Tin Cup" (1996) von Hausfrauenschwarm Kevin Costner oder Adam Sandlers humorlose Komödie "Happy Gilmore" (1996). Sogar Robert Redford ließ sich dazu hinreißen, einen Golffilm zu drehen. "Die Legende von Bagger Vance" (2000) versandete jedoch trotz der Teilnahme von Will Smith, Matt Damon und Charlize Theron im Bunker. Nun versucht sich also Regisseur Bill Paxton daran, eine Golfgeschichte zu verfilmen, ohne ein ähnliches Handicap-Fiasko abzuliefern. Zusammen mit Mark Frost, Autor der Romanvorlage und Drehbuchautor, gilt es, eine Strategie zu entwickeln, um dem Publikum das Abschlagdrama von 1913 schmackhaft zu machen.

"Das größte Spiel seines Lebens" ist, anders als die meisten Golffilme, vorrangig ein Sportlerdrama. Neben ihrer unverkennbaren Vorhersehbarkeit leiden Sportfilme aber oft unter mangelnder Handlung und langatmiger Auswälzung uninteressanter Details. Gerade Golf scheint dazu prädestiniert zu sein, selbst den sportbegeistertsten Kinogänger zu langweilen. "Das größte Spiel seines Lebens" trägt jedoch den sportlichen Aspekt der Geschichte des Francis Ouimet erfrischend sympathisch und unkompliziert an sein Publikum heran. Geschickte Kamerafahrten und der Einsatz von Computeranimationen machen das Golfturnier selbst für den Laien nachvollziehbar und gleichzeitig rasant. Das sonst so weitläufige und zuschauerunfreundliche Rasenspiel wird auf die spannendsten Momente gekürzt und so zusammengefügt, dass der Eindruck von einem energiegeladenen Wettbewerb entsteht, in dem sich die Kontrahenten tatsächlich in einem regelrechten Kampf um den Sieg befinden. Wer Golf aus langen und monotonen Fernsehübertragungen kennt, wird zustimmen müssen, dass sich die Ausübung dieser Sportart wahrscheinlich nicht besser verfilmen lassen wird, als Bill Paxton es in seinem Film tut.

Das größte Spiel seines Lebens "Das größte Spiel seines Lebens" wäre gleichwohl ein wahrhafter Wundervertreter seines Genres, wenn er ganz ohne Zeit schindende Nebenstränge auskommen würde, die den im Ablauf und Ausgang vordiktierten Wettkampf ein wenig erweitern. So verpassen die Macher dem Film einen Hauch von Liebesgeschichte, als sich Francis in Sarah (Peyton List), die Tochter eines reichen Country-Club-Mitglieds, verliebt. Das Geturtel der beiden macht jedoch nicht viel her. Anstelle von Liebesgeflüster und anzüglichem Geknutsche gibt es ein Tänzchen und ein bisschen Geplauder. Weder Schmunzettenfreunde noch Schmuddelkramanhänger kommen hier auf ihre Kosten, aber das ist auch gut so. Es handelt sich schließlich um ein familienfreundliches Disney-Werk, das auch kindertauglich sein muss. Den Kleinen wird besonders die Figur des 10-jährigen Caddies Eddie gefallen. Mit seinen Kommentaren stiehlt der Naseweis allen anderen Akteuren die Schau.

Andere inhaltliche Seitenstraßen des Films führen – noch mehr als die weichgespülte Love Story – einfach nach Nirgendwo. Obwohl die Macher keine Anstrengung auslassen, Francis zu einem sportlichen Aschenputtel zu machen, will der Funke diesbezüglich einfach nicht überspringen. Na gut, der Junge kommt aus einer armen Immigrantenfamilie. Einen halbherzig bösen Vater gibt es auch, der ihm verbietet, Golf zu spielen. Und manchmal rollt das Bällchen am Loch vorbei, weil Francis Lampenfieber hat. Trotzdem hält sich das Mitgefühl des Zuschauers zurück, zumal sich auch das britische Golfidol Harry Vardon (Stephen Dillane, "The Hours") um die Anteilnahme des Publikums an seiner schwierigen Golfkarriere bemüht, die von düsteren Gestalten aus seiner Vergangenheit überschattet wird. Aber der Kinosaal ist bekanntlich keine Empathie-Suppenküche, also gibt es außer ein paar mitleidigen Schnaufern nichts für so viele psychische Verrenkungen der Protagonisten. Sei die Filmmusik noch so schmalzig.



FAZIT

Das größte Spiel seines Lebens "Das größte Spiel seines Lebens" ist ein harmloser Sportfilm mit Familienfilmqualitäten aus dem Hause Disney, der sich an der altbackenen Idee des "American Dream", sich vom Habenichts zum Helden hochzuarbeiten, austobt. Der Aufstieg des jungen Golftalents geht schnell und recht reibungslos. Überraschungsarm, aber ganz nett anzuschauen ist Bill Paxtons Werk allemal und somit ist "Das größte Spiel seines Lebens" ein durchschnittliches Sportdrama, das sich nicht in neue, experimentellere Gefilde begibt. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Von Therese Hopfmann



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