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Der verbotene Schlüssel

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Original Titel
Skeleton Key

Kinostart
18.08.2005

Genre
Thriller

Erscheinungsjahr
2004

Land
USA

Verleih
UIP

Regie
Iain Softley

Autor
Ehren Kruger

Laufzeit
104 Minuten

FSK
ab 16 Jahren

Hauptdarsteller
Kate Hudson
Gena Rowlands
Peter Sarsgaard
John Hurt




Der Schlüssel zum Sumpf

INHALT

Der verbotene Schlüssel Hoodoo (leicht zu verwechseln mit Voodoo) ist völlig harmlos: Selbst der schlimmste Hoodoo-Fluch kann nur dann wirken, wenn der Verfluchte selbst daran glaubt. So gesehen sollte Caroline Ellis sicher sein. Schließlich ist die junge Lernschwester, die eine Stelle in einem unheimlichen fluchbelasteten Haus in den Sümpfen des südlichen Louisiana angenommen hat, eine aufgeklärte moderne Frau. Ihr klarer Verstand hebt sich vom Aberglauben der Südstaatler ab wie ihr knallroter VW-Käfer von der modrigen Sumpflandschaft. Caroline hilft Violet Devereaux, einer eigensinnigen älteren Dame, die in ihrem Haus merkwürdigerweise keine Spiegel duldet, bei der Pflege ihres Mannes Ben. Ben hatte einen Schlaganfall und ist nun gelähmt und nicht mehr fähig zu sprechen. Wie im klassischen Schauermärchen gibt ihr Violet einen Schlüssel, mit dem sich alle Türen im Haus öffnen lassen. Alle bis auf eine. Dass solche verbotenen Türen besser nicht geöffnet werden sollten, aber dennoch immer geöffnet werden, gehört zu den unumstößlichen Regeln des Genres. Zwar sieht das, was Caroline schließlich hinter der Tür im Dachboden entdeckt, zunächst viel harmloser aus als in so manchem Grimmsmärchen, doch ohne dass sie es merkt, hat sie damit auch einen Eingang in ihren aufgeklärten Geist geöffnet, durch den mehr und mehr die belastete Geschichte des Hauses und der Aberglaube eindringen. Ihr wird nun immer klarer bewusst, dass ihr Pflegefall keineswegs einen Schlaganfall erlitten haben kann, sondern von Violet mit Hoodooflüchen aus dem Verkehr gezogen worden sein muss. Dumm nur, dass Caroline in dem Augenblick, in dem sie das glaubt, selbst nicht mehr sicher vor dem Zauber der bösen Hexe ist.



KRITIK

Der verbotene Schlüssel Wie es sich mit der Wirkung von Hoodoo verhält, so verhält es sich auch mit der Wirkung von Horrorfilmen. Das doppelbödig zu thematisieren und die Zuschauer parallel zu ihrer Identifikationsfigur in den Bann des "tödlichen Fluches" zu ziehen, ist genau der hohe Grad an Selbstreflexivität der Hideo Nakatas "Ring" (vor allem als Video) und die anderen sogenannten "intelligenten" Horrorfilme auszeichnet. Weiter zeichnen sich diese Filme dadurch aus, dass sie Atmosphäre entwickeln, Raum für Phantasie lassen und uralte Schreckensvorstellungen (Hexenhaus im schaurigen Moor) mit verdrängtem Schrecken in der modernen Gesellschaft (ein Ende als abgeschobener Pflegefall) und nur halb eingestandener Schuld (rassistische Lynchmorde) verbinden. Das Drehbuch von "Der verbotene Schlüssel" stammt dann auch von Ehren Kruger, der das sehr eng am Original angelehnte Skript des gelungenen US-Remakes von "Ring" verfasste, das das Subgenre trotz ruhiger Erzählweise und völligem Kunstblutverzicht erstaunlicherweise populär machte. Nun tritt er den Beweis an, dass er nicht nur Remakes machen kann, sondern auch selbst die ein oder andere gute Idee hat.

Man fragt sich tatsächlich verwundert, warum vor ihm (zumindest meines Wissens) noch niemand das Schreckenspotenzial des Schlaganfallpatienten, der in seinem eigenen Körper wie in einem fremden gefangen ist, für den Horrorfilm entdeckt hat. Möglicherweise galt es als ungeeignet, weil sich die Zielgruppe vor Schlaganfällen sicher fühlt - schließlich ist man ja noch jung. Mit solchen Gewissheiten sollte es spätestens nach der klug angelegten Schlusswendung vorbei sein.

Neben dem intelligenten Drehbuch gelingt es Kamera (Dan Mindel) und Ausstattung zusammen mit dem passend afro-amerikanisch geprägten Soundtrack eine Atmosphäre zu schaffen, die gerade so viel zu weit ins Klischee geht, wie es für einen Gruselfilm einfach nötigt ist, aber niemals ins schon wieder Lächerliche abgleitet.

Auch die Schauspieler spielen ihre klassischen Rollen unter der Regie von Iain Softley, der den Film auch produzierte, ausgezeichnet. John Hurts ("The Elephant Man", "Harry Potter und der Stein der Weisen") "Schlaganfallpatienten" vergisst man nicht so schnell, Gena Rowlands als Violet ist eine böse Hexe mit verdammt viel Stil und Kate Hudson (oscarnominiert für ihre Hauptrolle in "Almost Famous") ist als Caroline eine ungezwungen sympathische Identifikationsfigur, die den Zuschauer sofort ins Geschehen mitnimmt.



FAZIT

Der verbotene Schlüssel Wer sich daran stört, dass zunächst eine ganze Weile nicht allzu viel geschieht und dass selbst der Schocker am Ende seine Wirkung nicht mit einem Mal, sondern erst allmählich (aber dafür länger anhaltend) entfaltet, ist bei "Der verbotene Schlüssel" im falschen Film. Wen aber gerade das anspricht, der wird dieses intelligent angelegte, atmosphärisch dichte und ideal besetzte Schauermärchen zu schätzen wissen.



Von Martin Thoma



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