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Sicko

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Kinostart
11.10.2007

Genre
Doku

Erscheinungsjahr
2007

Land
USA

Verleih
Senator

Regie
Michael Moore

Autor
Michael Moore

Laufzeit
113 Minuten

Hauptdarsteller





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INHALT

Sicko Ein deutlich abgespeckter Michael Moore meldet sich lautstark in der Welt des politischen Dokumentarfilms zurück und fällt wie üblich gleich mit Tür und Kamera ins Haus. "Sicko" heißt sein aktuelles Werk und der Name ist irgendwie auch Programm. Mr. Moore führt uns durch die Wirrungen des US-amerikanischen Gesundheitswesens und will anhand von skurrilen Geschichten und jeder Menge Fakten einen Beitrag zu unserer Allgemeinbildung leisten. Und tatsächlich: Kranke Menschen waren noch nie so informativ und lustig zugleich.



KRITIK

Sicko Haben Sie das auch in der Zeitung gelesen? Laut einer Umfrage gehen viele Deutsche auch dann noch zur Arbeit, wenn sie richtig krank sind. Ein nagendes Pflichtgefühl, Angst vor der Kündigung und Rücksicht auf die verehrten Kollegen waren dabei die meistgenannten Beweggründe. Angst davor, sich die jährliche Erkältung oder die gelegentliche Migräneattacke nicht leisten zu können, hatte offenbar keiner der Befragten. Warum auch, spätestens seit diesem Jahr ist eine Krankenversicherung, die für Medikamente und ärztliche Behandlungen aufkommt, für alle Deutschen Pflicht. Nicht so in den Vereinigten Staaten. Im Land der unendlichen Möglichkeiten ist das öffentliche Gesundheitswesen, freundlich formuliert, nicht mehr als ein löchriger Putzlappen, durch dessen Lücken ein großer Teil der Bevölkerung fällt. Selbst die Amerikaner, die das Privileg einer Krankenversicherung genießen, müssen für die meisten Medikamente selbst aufkommen und ein Klinikaufenthalt kann durchaus schon mal ein Jahresgehalt verschlingen. In den USA muss man sich mitunter also nasetriefend und keuchend zur Arbeit schleppen, um sich das Kranksein überhaupt leisten zu können.

Dass es um das US-amerikanische Gesundheitssystem schlecht bestellt ist, ist alles andere als ein Geheimnis. Der Michael-Moore-Film zu dem brisanten Dauerthema war deshalb vielleicht nur eine Frage der Zeit. Moore wendet sich mit seiner Dokumentation "Sicko" vor allem an seine amerikanischen Landsmänner, doch das soll nicht heißen, dass man als Europäer nichts aus seinem Film lernen kann. Die Einblicke in die Gesundheitssysteme verschiedener Länder, die Moore gewährt, sind nicht nur Futter fürs Gehirn, sondern gleichzeitig auch für die Lachmuskeln.

Moores Talent, Fakten mit makaberen Geschichten zu verknüpfen, kommt in "Sicko" – genauso wie in seinen Vorgängern "Bowling for Columbine" und "Fahrenheit 9/11" - voll zum Tragen. Wenn Moore sich etwa mit einer Gruppe gesundheitlich angeschlagener Ground-Zero-Helfer per Boot von Miami nach Guantanamo Bay aufmacht, wo die Kriegsgefangenen der USA angeblich eine bessere medizinische Versorgung als amerikanische Bürger genießen, und via Megafon die gleiche Behandlung seiner bisher unbehandelten Begleiter fordert, kann man sich eines Lachens kaum erwehren. Auch Moores auf tollpatschig getrimmten Klinikbesuche in Ländern wie Canada, Kuba und Großbritannien, wo das Gesundheitswesen zur Entlastung der Menschen vom Staat subventioniert wird, sind bildend und spaßig zugleich.

Natürlich ist Moores "Sicko" mit einiger Vorsicht zu genießen. Denn obwohl die abstrusen Real-life-Anekdoten wie die eines Mannes, der sich zwei Finger absägte und sich aus finanziellen Gründen zwischen der chirurgischen Rekonstruktion des Mittel- und des Ringsfingers entscheiden musste, nachprüfbar authentisch sind, haben sich im Zuge der Veröffentlichung des Films viele kritische Stimmen zu Moores verbreiteten Statistiken erhoben. CNN checkte Moores Fakten mehrmals und kommt bis heute mit dem Filmmacher nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Michael Moore hält trotz dieser Kritik bislang an "Sickos" Zahlen fest.



FAZIT

Sicko Als spielerischer Vermittler von Wissen funktioniert "Sicko" hervorragend. Wer hätte gedacht, dass Ronald Reagan den Aufbau eines gesamtheitlichen Gesundheitswesens in den sechziger Jahren mit der Begründung ablehnte, dies fördere Kommunismus – und dass man ihm damals zustimmte? Von den ominösen Machenschaften der Politik und der Pharmakonzerne bis hin zu alternativen Lösungen in anderen Ländern versammelt Regisseur Michael Moore in "Sicko" eine sehr große Bandbreite von Informationen zum Thema medizinische Grundversorgung. Auf den Anspruch, die ultimative Quelle wissenschaftlicher Fakten zu sein, muss der Dokumentarfilm jedoch zugunsten von Moores parteiischem und oft reißerischem Erzählstil verzichten.

Von Therese Hopfmann



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