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The Da Vinci Code - Sakrileg

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Original Titel
The Da Vinci Code

Kinostart
18.05.2006

Genre
Thriller

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Sony Pictures

Regie
Ron Howard

Autor
Akiva Goldsman

Laufzeit
148 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Tom Hanks
Audrey Tautou
Sir Ian McKellen
Alfred Molina




Codierte Beliebigkeit

INHALT

The Da Vinci 
Code Mitten in der Nacht wird der renommierte Harvard-Symbiologe Robert Langdon (Tom Hanks) in den Pariser Louvre gerufen: Der Museumsdirektor wurde ermordet. Seine Leiche, die in einer Körperhaltung wie die des Vitruvischen Mannes von Leonardo da Vinci aufgefunden wird, ist der erste grausige Hinweis in einer mysteriösen Kette aus Codes und Symbolen. Unter Einsatz seines Lebens entschlüsselt Langdon mit Hilfe der Polizei-Kryptografin, Sophie Neveu (Audrey Tautou), versteckte Botschaften in den Kunstwerken Leonardo da Vincis. Alle verweisen auf eine sagenumwobene Bruderschaft, deren Mitglieder seit 2000 Jahren ein machtvolles Geheimnis bewahren. Die atemlose Jagd nach diesem Geheimnis führt Langdon und Sophie von Paris über London bis nach Schottland; währenddessen versuchen sie verzweifelt, den Code zu knacken, um mit ihm ein Geheimnis zu enthüllen, das die Menschheit in ihren Grundfesten erschüttern wird.



KRITIK

The Da Vinci Code Die Angst geht um in Hollywood. Nicht nur die Angst vor rückläufigen Einnahmen aus dem Kino-Geschäft, auch die Angst vor der kritischen Presse scheint zuzunehmen. Seit Monaten kündigen Plakate und Trailer den ersten großen Blockbuster der neuen Kino-Saison an – doch erst einen Tag vor der weltweiten Veröffentlichung wird "The Da Vinci Code" zum ersten Mal der Presse vorgestellt. Diese Strategie der Film-Konzerne hat durchaus Erfolg, denn ein Großteil der Medien macht mit: Im Fernsehen wird die Werbetrommel gerührt, Internet-Portale veranstalten Gewinnspiele zum Film und die PR-Maschine versorgt die Journalisten mit fertig formulierten Hintergrundinformationen und Interviews – nur den Film selbst, den bekommt die schreibende Zunft bis zuletzt nicht zu sehen. Und nach der ersten Vorstellung von "Sakrileg" wird auch der Grund hierfür deutlich: Die Verfilmung des weltweit so erfolgreichen Romans von Dan Brown wird dem Medien-Hype nicht gerecht. Viel Lärm um nichts.

Regisseur Ron Howard ("A Beautiful Mind"), der mehrfache Oscar-Preisträger Tom Hanks ("Forrest Gump") und andere namhafte Darsteller wie Audrey Tautou und Sir Ian McKellen haben sich trotz der großen Erwartungshaltung an dieses Projekt gewagt und manch einer von ihnen mag diese Entscheidung inzwischen bereuen. Es entsteht fast der Eindruck, als sei selbst den Filmemachern im Laufe der Dreharbeiten klar geworden, dass sie die Erwartungen, die mit der Verfilmung eines weltweit so erfolgreichen Romans entstehen, nicht werden erfüllen können. Die durch den Filmstart erneut losgetretene Diskussion über die Rolle der christlichen Lehre und der katholischen Kirche im Roman kam den Verantwortlichen wahrscheinlich sehr gelegen. Auf diese Diskussion sollte man gar nicht weiter eingehen. Dan Browns Buch ist reine Fiktion, selbst wenn der Autor sein eigenes Werk ernster nimmt als angemessen – und mit dem Film verhält es sich nicht anders.

Für Zuschauer, die das Buch gelesen haben, bietet Howards Verfilmung nicht viel Neues: "Sakrileg" wurde nahezu originalgetreu abgefilmt und das ist nur konsequent, ist die Romanvorlage doch schon fast wie ein Drehbuch geschrieben. Dieser Roman ist das größte Problem des Films: Dan Browns Bücher wurden durch ihre kontroversen Themen bekannt, nicht weil der Autor ein besonders guter Schrifsteller ist. So ist "Sakrileg" ein äußerst mittelmäßiger Thriller, voll von abstrusen Logikfehlern und beliebigen Wendungen. Akiva Goldsman ("A Beautiful Mind"), der das Drehbuch zur Verfilmung schrieb, musste die Story dieses Welt-Bestsellers an einigen Stellen sogar reparieren und schrieb die Szenen um, die auf der Leinwand vollends ihrer Absurdität überführt worden wären. Doch auch das macht die Handlung nicht deutlich besser. Vor allem die Arbeit der Pariser Polizei im ersten Drittel des Films entpuppt sich als gravierend dilletantisch und zeitlich passen die verschiedenen Stränge kaum zusammen – ebenfalls ein Problem des Romans. Langdon und Sophie werden schließlich gleichzeitig vom "französischen FBI", Interpol und Opus Dei gejagt, haben freundlicherweise trotzdem immer genug Zeit, dem Zuschauer eine große Verschwörung zu erläutern.

The Da Vinci Code Diese Verschwörung, dieses Geheimnis, das die beiden Hauptfiguren mithilfe ihrer spärlichen Hinweise zu lösen haben, ist da eigentlich noch der geringste Störfaktor. Browns Theorie über die Sterblichkeit Christi und die Verschleierung der Rolle Maria Magdalenas ist schließlich nicht einmal unsympathisch, schlussendlich genauso wenig zu beweisen wie die Version der Bibel. Doch im Kino zu sitzen und den Dialogen zwischen Tom Hanks und Audrey Tautou zu lauschen, wie sie mit eher künstlich anmutender Ernsthaftigkeit über diese Dinge philosophieren – das wirkt fast unfreiwilig komisch. Die zu lösenden Rätsel sind zwar unterhaltsam, aber unpassend, streckenweise rutscht der Film ab in eine mit dem epischen Soundtrack Hans Zimmers unterlegte Schnitzeljagd. In den letzten Minuten gehen die Filmemacher dann auf Schmusekurs: So wird der Glaube an sich gefeiert, der bekanntlich für jedermann ein anderer sein kann, und in einer der letzten Szene offenbart Howard schlussendlich einen Funken Ironie und versucht seinen Film vor allzu pathetischer Ernsthaftigkeit zu schützen.

Ein Totalausfall ist der "Da Vinci Code" nicht. Sofern man das Buch nicht kennt und sich auf die problematische Story einlässt, bietet Ron Howard dem Zuschauer einen solide inszenierten und spannenden Thriller. Die Verantwortlichen für Szenenbild und Kamera ziehen wie üblich alle Register, um den Film so unterhaltsam wie möglich zu gestalten. Zwar hätten die Exkurse über geheime Bruderschaften und Tempelritter gestrafft werden können, "Sakrileg" kommt aber trotz der 150 Minuten ohne größere Längen aus. Shakespeare-Mime Ian McKellen begeistert als besessener Forscher Leigh Teabing, die übrigen Darsteller bleiben maßlos unterfordert und wirken merkwürdig fehl am Platz. Was Real Madrid mittlerweile für den Fußball ist, scheinen die Produzenten von Hollywood-Blockbustern wie diesem mittlerweile für die Filmbranche zu sein: Es werden nicht die Darsteller verpflichtet, die am besten zu den Figuren passen, sondern die mit der größtmöglichen öffentlichen Zugkraft. Denn dass der "Da Vinci Code" ein finanzieller Erfolg wird, das steht schon jetzt fest und liegt nicht zuletzt daran, dass die kritische Presse im Vorfeld ausgesperrt wurde. Mission erfüllt, Hollywood.



FAZIT

The Da Vinci Code Ron Howards Verfilmung des Weltbestsellers "Sakrileg" ist zwar ein unterhaltsamer Thriller, wird dem riesigen Hype, den die Medienkampagne seit Wochen auslöst, aber keineswegs gerecht. Die Story ist zu schwach, um für wirklich spannenden Krimi-Stoff zu sorgen, die Weltverschwörung sorgt auf der Leinwand eher für ein Schmunzeln als für echtes Interesse. Diejenigen, die vom Roman begeistert waren, werden mit der nahezu werksgetreuen Verfilmung nicht unzufrieden sein, der Durchschnitts-Zuschauer bekommt die übliche Hollywood-Kost. Es gibt so viele bessere Filme, denen man nur halb so viel Aufmerksamkeit in den Medien wünschen würde, wie "Sakrileg" sie seit Monaten bekommt.

Von Till Kadritzke



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