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Rent

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Kinostart
13.04.2006

Genre
Drama

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
Sony

Regie
Chris Columbus

Autor
Chris Columbus / Steve Chbosky

Laufzeit
134 Minuten

FSK
ab 6 Jahren

Hauptdarsteller
Rosario Dawson
Taye Diggs
Wilson Jermaine Heredia Jesse L. Martin




Puccini und die Village Voice

INHALT

Rent Leben und Liebe in den Zeiten von AIDS – Mit RENT verfilmte Chris Columbus die gleichnamige, ebenso mitreißende wie brisante Rock-Oper von Jonathan Larson, die seit ihrer Uraufführung 1996 am New Yorker Broadway rund um den Globus Erfolge feiert. RENT, eine moderne Variante von Giacomo Puccinis Oper La Bohème, zeigt ein Jahr im Leben einer fünfköpfigen Gruppe Freigeister, die im New Yorker East Village um ihre Ideale – und ums Überleben kämpfen: Da ist Filmemacher Mark (Anthony Rapp), der seiner Freundin Maureen (Idina Menzel) nachtrauert. Die hat ihn wegen einer Frau verlassen, der Anwältin Joanne (Tracie Thoms). Marks heroinsüchtiger Mitbewohner, der Musiker Roger (Adam Pascal), kommt derweil nicht über den Tod seiner Freundin hinweg, obwohl ihm seine Nachbarin, die Stripperin Mimi (Rosario Dawson), schöne Augen macht. Und während sich die Künstler-WG mit ihrem ehemaligen Kumpel Benny (Tayne Diggs) herumärgert, der jetzt für seinen Schwiegervater arbeitet, einem Immobilien-Hai, der das Viertel sanieren und die Bohemians aus ihren Wohnungen vertreiben will, findet ihr ehemaliger Mitbewohner Tom (Jesse L. Martin) seine große Liebe in der Drag-Queen Angel (Wilson Jermaine Heredia). Doch wie lange werden die zwei ihr Glück genießen können? Beide sind HIV-infiziert.



KRITIK

Rent Es war der 25. Januar 1996 – der Abend der ersten Vorpremiere seines Musicals "Rent" – als Regisseur Jonathan Larson an einer nicht rechtzeitig behandelten Erweiterung der Aorta starb. Larson wurde nur 35 Jahre alt und konnte den Erfolg seiner Rock-Oper nicht mehr miterleben. Er hatte "Rent" kreiert, um auch jüngere Menschen wieder für das Musical zu begeistern, durch reale Figuren und Geschichten die Sorgen und Probleme einer Gruppe von Menschen mitzuteilen, die im New Yorker East Village mit Drogenproblemen und AIDS zu kämpfen haben. Larsons Tod noch vor der offiziellen Premiere war für die Darsteller ein großer Schock, aber auch zusätzlicher Ansporn, die Botschaft von "Rent" in die Welt zu tragen. Idina Menzel, sowohl im Musical als auch im Film Darstellerin der Maureen, erzählt: "Jonathans Tod schweißte uns zusammen. Wir hatten alle dieselbe Mission: Sein Stück und seine Musik bekannt zu machen. Es ging um Jonathan und wie wichtig es war, dass die Leute mitbekamen, was er mit seinem Stück zu sagen versuchte." Mission erfüllt: 1996 gewann "Rent" den Pulitzer-Preis in der Kategorie Bestes Drama, außerdem noch eine Vielzahl von anderen Auszeichnungen. Unter den erfolgreichsten Broadway-Shows liegt die Produktion mit rund 4000 Vorführungen zur Zeit auf dem achten Platz.

Jetzt hat "Rent" auch den Sprung auf die Kino-Leinwand geschafft. Regisseur Chris Columbus ("Gremlins", "Harry Potter") nahm sich dem Stoff an und traf gleich zu Beginn seiner Arbeit zwei Entscheidungen, für die er Anerkennung verdient: Er traute sich, das Musical tatsächlich auch als Musical zu verfilmen und besetzte den Großteil der Charaktere mit den Original-Darstellern aus Larsons Bühnenversion. Deren Übernahme erwies sich als sehr weise Entscheidung, man merkt dem Film deutlich an, wie gut die Darsteller harmonieren. Durch diese sehr originalgetreue Übertragung wird "Rent" natürlich auch fast zur reinen Geschmackssache: Wer mit Musicals im allgemeinen nichts anfangen kann, der wird auch diesem Film nichts abgewinnen können: Zwar streut Columbus immer wieder gesprochene Dialoge ein, die es in der Bühnen-Version nicht gab, die meiste Zeit wird jedoch gesungen. Das können die Schauspieler glücklicherweise wirklich gut, auch Tracie Thoms und Rosario Dawson, die beiden einzigen Hauptdarsteller, die in der Kino-Adaption neu zum Team hinzustießen. Dem Zuschauer, der das Musical nicht kennt, fallen diese beiden Neubesetzungen allerdings nicht auf – vor allem Dawson kann ihr Können als Stripperin Mimi unter Beweis stellen.

Rent "Der eigentliche Star ist das Material", sagt Tracie Thoms. "Egal was wir anstellen, egal wie gut wir sind, nichts wird je Jonathans Story überschatten können." Das stimmt: Der wichtigste Grund dafür, dass "Rent" auch auf der Kino-Leinwand auf der ganzen Linie überzeugen kann, sind die Figuren und Geschichten, die Larson mit seinem Stück erschaffen hat. Zwei der Hauptfiguren sind HIV-positiv und das Geld wird schließlich so knapp, dass die Mietrückstände nicht mehr gezahlt werden können. Das kommt einem Immobilien-Hai gerade recht, der aus dem East Village ein gigantisches Studio namens Cyberland machen will und seinen Schwiegersohn Benny – einen ehemaliger Mitbewohner unserer Helden – schickt, um Druck auf die Bohemiens auszuüben. Denen bleibt schließlich nur eine friedliche Protestveranstaltung gegen die Vertreibung, die durch inszenierte Polizeigewalt allerdings eskaliert und das Gegenteil bewirkt. In einer Kneipe treffen die Bau-Unternehmer auf die "Hausbesetzer", die in einer der besten Szenen des Films das grandiose Stück La Vie Bohème vortragen, das auch in der Kino-Version hervorragend choreographiert ist.

Überhaupt überzeugt die Kamera-Arbeit durch wunderbar lange Einstellungen und passt sich mit ihrem Tempo immer dem jeweiligen Song an. Auch bei der Ausstattung der Schauplätze hat das Rent-Team hervorragende Arbeit geleistet, ob es nun die Straßen des East Village sind, verlassene Lagerhallen oder die Künstler-WG. Die Stars sind bei einem solchen Film aber natürlich die Schauspieler, die einen erheblichen Teil dazu beitragen, dass man den Figuren noch stundenlang zusehen könnte. Einziges Manko: Ganz ohne Musical-typischen Kitsch kommt auch "Rent" nicht aus und als Zuschauer, der zwei Stunden lang am Leben der Hauptfiguren teilgenommen hat, hofft man, dass die Liebe als großes Schlussmotiv den Kampf gegen die Mächtigen nicht völlig übertönt.



FAZIT

Rent Columbus hat "Rent" fast Eins zu Eins auf das Medium Film übertragen und gut daran getan. Hier werden die Bilder nicht mit Musik hinterlegt, die Musik wird vielmehr mit überwältigenden Bildern in Szene gesetzt. So wird nicht nur der harte Kern der Musical-Fans mit "Rent" seinen Spaß haben: Auch Kino-Liebhaber kommen durch die tolle Inszenierung auf ihre Kosten – solange sie sich nicht von den Songs stören lassen, mit denen diese Geschichte nun einmal erzählt wird. Wenn man sich auf "Rent" einlässt, ist jedenfalls die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man begeistert aus dem Kino kommt.

Von Till Kadritzke



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