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Prestige - Meister der Magie

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Original Titel
The Prestige

Kinostart
04.01.2007

Genre
Drama/ Thriller

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Warner

Regie
Christopher Nolan

Autor
Christopher Nolan/ Jonathan Nolan

Laufzeit
130 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Hugh Jackman
Christian Bale
Sir Michael Caine
Scarlett Johansson
David Bowie
Andy Serkis




Houdinis Vermächtnis

INHALT

Prestige - Meister der Magie London um 1900. Alfred Borden (Christian Bale, "American Psycho", "Batman Begins") und Robert Angier (Hugh Jackman, "X-Men") arbeiten für einen der bekanntesten Magier Londons. Gemeinsam machen sie hinter den Kulissen der aufwendigen Zaubershow des großen Milton The Magician waghalsige Kunststücke möglich, spionieren die Konkurrenz aus und basteln unentwegt an neuen, immer ausgeklügelteren Tricks - bis Angiers Frau Julia (Piper Perabo, "Coyote Ugly"), die hübsche Bühnenassistentin, bei einem Entfesslungstrick in einem Wassertank ums Leben kommt. Angier beschuldigt Borden, für Julias Tod verantwortlich zu sein. Aus Freunden werden schlagartig erbitterte Rivalen.

Während Borden, der sich weniger auf die Kunst des gekonnten Präsentierens, sondern vielmehr auf das Austüfteln komplizierter Tricks versteht, als The Professor in kleineren Lokalen auftritt, macht Angier alias The Great Danton ebenfalls Karriere, allerdings auf höherem Niveau dank seiner Showman-Qualitäten. Olivia (Scarlett Johansson, "Match Point", "Lost in Translation"), eine menschliche Blaupause seiner verstorbenen Frau, wird zu Angiers Assistentin. Als Borden jedoch mit seinem bahnbrechenden Zauberkunststück "The Transported Man" plötzlich Massen von Zuschauern anlockt, erreicht die Rivalität zwischen den beiden Magiern ungeahnte Ausmaße. Angier beschäftigt sich fieberhaft damit, Bordens Trick zu entschlüsseln und ihn zu überbieten. Seiner Obsession völlig verfallen, zwingt er schließlich sogar Olivia dazu, sich bei Borden einzuschleichen, um ihm das Geheimnis zu entlocken. Doch in der Welt der Magie, in der Illusion und Wirklichkeit auch abseits der Showbühne verschwimmen, kann man niemandem vertrauen. Nicht einmal seiner eigenen Assistentin…



KRITIK

Prestige - Meister der Magie Rivalität ist nicht nur die entscheidende Kraft, die die Handlung von Christopher Nolans ("Batman Begins", "Memento") "Prestige" antreibt, sie ist auch ein Stammgast in Hollywood selbst. Im stetigen Wettstreit um Originalität und maximalen Profit sind direkte Konkurrenzsituationen in der Filmindustrie zwar nicht gern gesehen, allerdings auch keine Rarität. Besonders auffällig sind direkte Konfrontationen, wenn zwei Filme aus gleichem Genre mit ähnlichem Plot und minimalem Zeitabstand zueinander anlaufen. So lieferten sich bereits Produktionen wie "Armageddon" und "Deep Impact", die beide 1998 mit erdnahen Kometen liebäugelten, einen Schlagabtausch an der Kinokasse. Vielleicht erinnern Sie sich auch noch an die rivalisierenden Animationsfilme "Antz" und "Das große Krabbeln", die ebenfalls 1998 mittels bedrohten Computer-Ameisen zeitgleich um Kinderherzen rangen. Oder ist Ihnen eher noch Captain Jack ein Begriff, den man 2003 sowohl als Russel Crowe in "Master and Commander" als auch als Johnny Depp in "Pirates of the Caribbean" bewundern durfte? Doch wenn große Produktionsfirmen in Hollywood die Muskeln derart spielen lassen, gibt es selten zwei Gewinner. Zumeist hat einer der Kontrahenten das (finanzielle) Nachsehen.

Mit "Prestige" kommt nun ein Film in die Kinos, der in den USA in direkter Konkurrenz zu Neil Burgers ("L.A. Crash", "Sideways") "The Illusionist" stand. Beide Filme sind hochkarätig besetzt – Edward Norton und Paul Giamatti geben sich in "The Illusionist" die Ehre – und beide Filme erzählen von Zauberkünstlern um 1900. Während in den Vereinigten Staaten "The Illusionist" einen nicht unbedeutenden Vorteil, einen Vorsprung von mehr als einem Monat, hatte, erfolgt nun ein Rollentausch: "Prestige" erscheint in Europa vor dem Widersacher und darf Originalität und Lob für sich beanspruchen.

Prestige - Meister der Magie Lob hat der Film in jedem Falle redlich verdient. Immer wieder überrascht "Prestige" mit neuen Wendungen und verblüfft mit gut inszenierten Zaubertricks und Rätseln. Obwohl man als Zuschauer zunächst mehr zu wissen glaubt als die Protagonisten Angier und Borden, muss man schon bald feststellen, dass Regisseur Nolan sein Publikum ebenfalls meisterhaft an der Nase herumführt, auf falsche Fährten ansetzt und sogar das Geheimnis von Bordens Magie kurz lüftet, nur um seine Spur erneut zu verwischen. "Prestige" selbst ist ein cineastischer Zaubertrick, der den Zuschauer vorzüglich übertölpelt: Er gaukelt ihm vor, den Überblick zu haben, und kann dank der daraus resultierenden Unachtsamkeit derweil ein verwirrendes Netz von Handlungssträngen spinnen, in dem sich der Betrachter schließlich hoffnungslos verheddert.

Für ausreichend Ablenkung vom eigentlichen Geschehen sorgen nicht nur die adretten Assistentinnen Piper Perabo und Scarlett Johansson und der Auftritt David Bowies als Inkarnation des exzentrischen Erfinders des berühmten Tesla-Tranformators, Nikola Tesla. Wally Pfisters Kameraarbeit und Nathan Crowleys detailverliebtes Set-Design sind ebenso patente Mittel zum Zweck. Der "Prestige"-Look, der sich in Anlehnung an die Nutzbarmachung der Elektrizität gegen Ende des 19. Jahrhunderts zwischen orange flackerndem Kerzenlicht und schwummeriger Glühbirnen-Beleuchtung bewegt, ist dabei fast schon ein bisschen zu glatt. Dieser klassische Hollywoodfilm-Touch, der perfektes Make-up und extrem harmonische, künstliche Beleuchtung einschließt, ist für das Auge, das optimal auf blasses Tageslicht ausgerichtet ist, etwas ermüdend, der Verwirrtaktik des Films aber gerade deshalb sicherlich zuträglich.

Die Auflösung des zweistündigen Arkanums ist weniger sensationell, als der Rest des teilweise recht sci-fi-lastigen Films vermuten lässt. Im Gegenteil, des Rätsels Lösung ist ziemlich bodenständig, pointenlos, ja geradezu peinlich logisch. Bordens Trick fällt einem Tabu der Zauberkunst anheim: Er wird gnadenlos entzaubert, auseinander genommen und erklärt. Borden braucht für seinen Sensationstrick – so viel sei verraten – weder Wissenschaft noch übernatürliche Kräfte. Erleichterung und Enttäuschung über die Einfachheit des Tricks machen sich nach der Enttarnung breit. Und man wünscht sich fast, die zerpflückte Illusion wäre angesichts ihrer Banalität für immer ein Hauch geheimnisvoller Magie geblieben. Warum also so mancher Magier die Lösung seines größten Tricks mit ins Grab nimmt, dürfte nun ebenfalls kein Mysterium mehr sein.



FAZIT

Prestige - Meister der Magie "Prestige" ist ein poliertes Hochglanz-Fantasy-Drama, das am Ende doch nichts der Fantasie überlässt. Ein spannender Plot, der sich um ein ungewöhnliches Thema rankt, und gute schauspielerische Leistungen von Jackman und Bale machen den Film trotzdem durchaus sehenswert. Wer lieber auf die Konkurrenz-Produktion "The Illusionist" wartet, verpasst mit Sicherheit das erste Fantasy-Highlight des Jahres.

Von Therese Hopfmann



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