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Poseidon

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Kinostart
12.07.2006

Genre
Action-Drama

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Warner Bros.

Regie
Wolfgang Petersen

Autor
Mark Protosevich

Laufzeit
98 Minuten

Hauptdarsteller
Josh Lucas
Kurt Russell
Jacinda Barrett
Richard Dreyfuss




Die perfekte Welle

INHALT

Poseidon Auf dem Kreuzfahrtschiff Poseidon wird Silvester gefeiert. Der gewaltige Luxusliner ist so hoch wie ein 20-stöckiges Haus – 800 herrschaftliche Kabinen verteilen sich auf 13 Passagierdecks. Während sich im prachtvollen Ballsaal viele Schiffsgäste zuprosten, merkt der Erste Offizier auf der Brücke, dass etwas nicht stimmt. Als er den Horizont beobachtet, entdeckt er den Grund: Eine Riesenwelle, eine über 50 Meter hohe Wasserwand, rast auf das Schiff zu. Vergeblich versucht er das Steuer herumzureißen – es ist bereits zu spät. Die Woge erfasst das Schiff mit unglaublicher Gewalt, so dass es sich schließlich überschlägt. Im noch intakten Ballsaal haben einige hundert Menschen überlebt. Der Kapitän besteht darauf zusammenzubleiben, bis die Rettungsmannschaften eintreffen.

Doch der Profi-Spieler Dylan Johns (Josh Lucas) nimmt sein Schicksal selbst in die Hand. Er ignoriert die Anweisungen und will sich allein einen Rettungsweg aus dem Ballsaal suchen. Begleitert wird er von dem neunjährigen Conor (Jimmy Bennett), der Dylan bittet, ihn und seine Mutter Maggie (Jacinda Barrett) mitzunehmen. Und auch Robert Ramsey (Kurt Russell) schließt sich an – er will unbedingt seine Tochter Jennifer (Emmy Rossum) und ihren Verlobten Christian (Mike Vogel) suchen. Mit eisernem Willen kämpfen sie sich zur Meeresoberfläche vor, wobei sie sich ihren Weg durch die Trümmer bahnen müssen, während das Schiff langsam sinkt. Und sie müssen einander unbedingt vertrauen.



KRITIK

Poseidon Erinnert sich eigentlich noch jemand an "Titanic?" James Camerons dreistündiges Epos erzählte die Geschichte der Dampfer-Tragödie anhand des Schicksals eines jungen Liebespaares und brach vor neun Jahren damit alle Zuschauerrekorde. Auch der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen war seit seinem Meisterwerk "Das Boot" (1981) stets dem Thema Wasser treu geblieben, zuletzt beschäftigte er sich in "Der Sturm" mit der Macht des Ozeans und sorgte für einen weiteren Kassenschlager. Sein neuster Film "Poseidon" soll nun für einen ähnlichen Erfolg sorgen und orientiert sich dabei an Camerons Meisterwerk sowie am Original "The Poseidon Adventure" von 1972.. Leider hat Petersen dabei jeglichen Anspruch abgelegt, den ein Regisseur bei der Arbeit haben sollte, und provoziert Kino-Fans mit einem Feuerwerk an Spezialeffekten ohne jeglichen Sinn und Verstand.

"Poseidon" ist so deutlich auf reine Geldmacherei aus, dass einem schlecht werden kann, Petersen und sein Team bemühen sich noch nicht einmal um eine gewisse Qualität außerhalb der Spezialeffekte. Eine Einführung der Figuren hat beispielsweise überhaupt keinen Platz gehabt im Drehbuch von Mark Protosevich: Die Helden, die den Zuschauer schließlich über anderthalb Stunden begleiten, sind jeweils zwei Minuten auf der Leinwand zu sehen, bevor eine ominöse Riesenwelle die Silvesternacht zerstört. Man erfährt noch nicht einmal, auf welchem Ozean sich das Schiff überhaupt befindet, schon liegt es mit dem Bug nach oben unter Wasser und beginnt zu sinken – das Niveau des Films kann dies gar nicht mehr, es befindet sich schon auf dem absoluten Tiefpunkt.

Poseidon Die folgende Abenteuergeschichte einer Gruppe von Menschen, die sich einen Weg an die Wasseroberfläche bahnen, wirkt eher wie ein Videospiel und ist dabei noch abstruser als in vielen anderen Vertretern des Katastrophen-Genres. Unsere Helden wissen zu jeder Zeit, wo sie sich befinden, in welche Richtung sie weitergehen müssen und praktischerweise kennen sie sogar die Positions des Schalters, mit dem man die Schiffsschrauben deaktiviert. Natürlich kommt es bei ihrer Reise zu tragischen Zwischenfällen, zu pathetischen Ansprachen und bedeutungsschweren Blicken. In jeder Sekunde versucht Petersen verzweifelt eine Dramatik zu kreieren, die nicht funktionieren kann, da man als Zuschauer die Figuren kaum kennt und sich eher wenig für ihr Schicksal interessiert. Zwischen Publikum und dem Geschehen auf der Leinwand entwickelt sich eine Distanz, die in besseren Filmen dieses Genres gar nicht vorhanden ist.

Schließlich lässt sich aber doch eine Ebene finden, auf der "Poseidon" funktioniert: Es ist die beste Komödie des laufenden Kinojahres. Die lächerlichen Dialoge ("Wie schlimm ist es?" – "Sehr schlimm..."), die superheldenartigen Aktionen von Josh Lucas, die angestrengte Mimik der kaum motivierten Darsteller – das alles hat eine Komik, die man wohl nie hätte planen können. Wenn man "Poseidon" als Parodie auf unlogische Katastrophenfilme ohne Story sieht, dann kann man mit diesem Film durchaus seinen Spaß haben. Das Problem dabei ist nur, dass Petersen es anders gemeint hat: Er wollte keine Satire drehen, sondern wohl doch nur einen unlogischen Katastrophenfilm ohne Story.



FAZIT

Poseidon Was die filmischen Aspekte angeht, ist "Poseidon" eine einzige Provokation. Petersens neues Werk besteht aus nichts als Action-Szenen und Spezialeffekten, die größtenteils am Zuschauer vorbeigehen, weil alle anderen Zutaten komplett fehlen. Die Handlung ist unlogisch, die Inszenierung fast langweilig und die teilweise bekannten Darsteller können auch nichts retten. Spaß macht "Poseidon" nur, wenn man den Film nicht ernst nimmt, denn dann entfaltet er sein Potenzial aus unfreiwilliger Komik. Wird man sich dann aber klar darüber, wieviele Millionen die Produktion dieses lächerlichen Streifens verschlungen hat, bleibt einem das Lachen im Halse stecken.

Von Till Kadritzke



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