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Odette Toulemonde

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Kinostart
25.10.2007

Genre
Drama

Erscheinungsjahr
2007

Land
F

Verleih
Senator

Regie
Eric-Emmanuel Schmitt

Autor
Eric-Emmanuel Schmitt

Laufzeit
101 Minuten

FSK
ab 6 Jahren

Hauptdarsteller
Catherine Frot
Albert Dupontel
Jacques Weber
Fabrice Murgia




Frau Jedermann ist nicht für jedermann

INHALT

Odette Toulemonde Frau Jedermann, das ist – ganz wortwörtlich – Odette Toulemonde (Catherine Frot). Die Kosmetikverkäuferin aus der belgischen Stadt Charleroi ist jenseits der Vierzig, die Mutter zweier (fast) erwachsener Kinder, mit denen sie sich eine kleine Wohnung teilt, und Balthazar Balsans (Albert Dupontel) treuester Fan. Balthazar Balsan? Hinter diesem Namen verbirgt sich der Autor unzähliger Liebesschmöker, die von Literaturkritikern nur mitleidig belächelt, aber von Romantikerinnen wie Odette innig geliebt werden. Doch während sich Balsans, nennen wir es einmal anspruchslosen, Love Storys großer Beliebtheit erfreuen, steckt der Meister der Schnulzen selbst in einer eher komplizierten Lebenskrise: Seine Frau hat ihn gerade verlassen – für seinen schlimmsten Kritiker. Balsans Selbstfindungstrip führt ihn geradewegs in die Arme von Odette…



KRITIK

Odette Toulemonde Der internationale Erfolg von "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) ist für das französische Kino ein Segen und ein Fluch zugleich. Jean Pierre Jeunets Kinohit war die beste Werbekampagne für den französischen Film, die man sich nur wünschen konnte, und ist für viele Filmemacher aus Frankreich zum cineastischen Vorbild avanciert. Und genau hier liegt auch das Problem: Beim Versuch, Amélies Charme und Jeunets Können zu reproduzieren, entstehen mehr schlechte Kopien des Meisterwerks als eigenständige filmische Glanzstücke.

Auch das Regiedebüt des französischen Schriftstellers und Theaterdramaturgen Eric-Emmanuel "Odette Toulemonde" trägt mehr als nur ein bisschen Amélie-Blaupausen-Feeling auf. Die Protagonistin Odette selbst ist eine Art ältere Amélie. Zwar kommt Frau Toulemonde weniger idealisiert daher als das Jeunet-Pendant, aber wenn wir davon einmal absehen, ergeben sich tatsächlich mehr Parallelen als Unterschiede. Odette lebt in ihrer ganz eigenen Welt: Hoffnungslos romantisch, überaus gutherzig und extrem hilfsbereit schwebt die Dame durchs Leben und atmet dabei stets die Luft von Planet Amélie.

Odette Toulemonde Diese Odette also trifft im Verlauf des Films auf die lebende Schmonzetten-Maschine Balsan. Der Schriftsteller klopft eines Tages an ihre Wohnungstür und verlangt emotionale Heilung, die ihm Odette selbstverständlich nicht verwehrt. Eine Romantik-Offensive bricht los und bestimmt gänzlich den Rest des Films. Schmitts Charmewalze zermalmt dabei alle Rationalität, die sich ihr in den Weg stellt, und auch die Geduld des Zuschauers muss dran glauben: Gegen Ende des Films wünscht man sich nichts sehnlicher, als dass die überflüssige Liebesgeschichte zwischen dem großen Autor und Frau Jedermann aus Irgendwo endlich mit dem unausweichlichen Happyend enden möge, doch Schmitt kostet sein Erstlingswerk für Gefühlsschwärmer voll aus – bis zur letzten Sekunde der 100 Minuten Laufzeit.



FAZIT

Trotz einer ganzen Fülle von gelungen Szenen und netten Dialogen gibt sich "Odette Toulemonde" einfach zu verliebt – oder vielmehr selbstverliebt. Romantik à la Amélie, die nicht enden will, weil ein Happyend allein für Regisseur Schmitt nicht reicht, ist garantiert nichts für jedermann.

Von Therese Hopfmann



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