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Mein verschärftes Wochenende

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Original Titel
The Long Weekend

Kinostart
29.06.2006

Genre
Komödie

Erscheinungsjahr
2005

Land
CA

Verleih
UIP

Regie
Pat Holden

Autor
Tad Safran / Matt Manfredi

Laufzeit
90 Minuten

FSK
ab 16 Jahren

Hauptdarsteller
Chris Klein
Brendan Fehr
Chandra West
Craig Fairbrass




Bitte nicht lächeln

INHALT

Long Weekend Ed Waxman (Brendan Fehr) ist mit einer Videokamera aufgewachsen und war sein Leben lang dabei, alles aufzunehmen, was ihm so vor die Linse kam. Er verliebte sich in Cathy und startete eine bemerkenswerte Karriere im Werbegeschäft. Doch als Cathy an einem Freitag mit ihm Schluss macht, ist auch Schluss mit der Karriere. Ed kann seinen Job nur retten, wenn er am Montag mit einer weltbewegenden Kampagnenidee in seiner Agentur aufschlägt.

Eds Bruder Cooper (Chris Klein) ist ein erstrangiger Verführer, der sich auf dem leicht verdienten Geld aus einem Werbesport ausruht. Cooper hat eine simple Lösung für Eds Probleme und will dafür sorgen, dass sein Bruder an diesem Wochenende flachgelegt wird. Ed zögert zuerst, aber Cooper besteht darauf, dass er nach einer heißen Liebesnacht nicht nur seinen Job zurückbekommt, sondern auch Selbstvertrauen und Kreativität. Die ersten Resultate sind katastrophal und es kommt zur Auseinandersetzung zwischen den Brüdern.



KRITIK

Long Weekend Die Entstehungsgeschichte von "Mein verschärftes Wochenende" ist schnell erzählt. Reality-TV-Produzent Paul Brooks wurde gefragt, ob es einen Weg gäbe, die Clips aus dem Archiv von "Amerikas lustigsten Homevideos", die zu heftig für die Hauptsendezeit waren, für einen Film zu verwenden. Diese Idee gefiel Brooks und so ließ er sich von Ted Safran, einem Werbetexter, das Drehbuch schreiben und engagierte als Regisseur Pat Holden, der ebenfalls aus der Werbebranche stammt und mit "The Long Weekend" sein Spielfilmdebut abgibt. Dazu wurde mit Chris Klein noch ein zwar äußerst durchschnittlicher, aber vor allem durch die "American Pie"-Reihe bekannter Jungschauspieler für das Projekt gewonnen und die Dreharbeiten konnten beginnen. Denn dass aus diesem Ansatz kein vernünftiger Film entstehen kann, wird sehr schnell deutlich.

So lässt sich das Fazit gleich vorwegnehmen: "Mein verschärftes Wochenende" ist ein komplett missglückter Film, der zu keiner Sekunde auch nur annähernd witzig ist. Safran bemüht sich mit seinem Drehbuch so sehr darum, vermeintliche Tabus zu brechen, dass er auf eine wirkliche Story verzichtet. Die vulgären Gags hätte man auch ohne Geschichte abspulen können – der Zuschauer hätte nicht einmal einen Qualitätsverlust bemerkt. Die verkrampfte Situationskomik ist nur etwas für Vorpubertierende in der Analphase und Fäkalien-Fetischisten, eine doch eher wenig vielversprechende Zielgruppe.

Long Weekend Die in den Film hineingeschnittenen Home-Videos, die angeblich die Gedanken der Hauptfigur verdeutlichen sollen, sind für sich genommen manchmal sogar lustig, entlarven letztendlich aber die ungeschickte Inszenierung von Regisseur Holden, der jeden Ansatz von echter Komik im Keim erstickt. Die beiden Brüder stolpern von einer platten Situation in die nächste, werden wegen des erregten Gliedes eines Pferdes von der Polizei gesucht oder nutzen die Beerdigung eines Super-Models, um einen One-Night-Stand für Ed zu finden. In jeder dieser Szenen samt ihrer langweiligen Zoten fragt man sich, ob das alles tatsächlich lustig sein soll oder ob man nicht in einem Horror-Streifen sitzt.

Der negative Gesamteindruck verstärkt sich durch die beiden Darsteller der Brüder, die man als Zuschauer einfach nicht sympathisch findet und nur schwer ertragen kann - eine weibliche Hauptfigur fehlt komplett. Die Produzenten haben wohl noch das Glück gehabt, mit Chris Klein einen zumindest bekannten Darsteller gefunden zu haben – ein wahres Wunder bei einem solchen Script. Während Klein sich in Interviews noch zurückhält und nur gesteht, er habe beim Lesen des Drehbuchs laut lachen müssen, lässt sich Kollege Brendan Fehr zu der Aussage hinreißen, die Story habe "eine Tiefe, die man nur selten bei solchen Komödien findet." Vielleicht sollte man die Schauspieler also doch in Schutz nehmen: Es muss sich bei diesem Film einfach um ein großes Missverständnis handeln.



FAZIT

Long Weekend "Mein verschärftes Wochenende" ist – freundlich ausgedrückt – ein verschärft unterdurchschnittlicher Film. Die Komödie verdient diese Bezeichnung zu keiner Zeit, bleibt aufgesetzt, bieder und langweilig. Die Geschichte ist plump, die Gags sind vulgär und dabei keinesfalls komisch und die Hauptdarsteller unsympathisch. Die Komödien aus Hollywood unterbieten sich von Jahr zu Jahr, dabei war dieses Genre doch immer eine große Stärke der Traumfabrik. "Das verschärfte Wochenende" jedenfalls ist so dilettantisch, dass man es ebenso gut als Trauerspiel verkaufen könnte.

Von Till Kadritzke



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