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King Kong

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Kinostart
14.12.2005

Genre
Abenteuer / Drama

Erscheinungsjahr
2005

Land
Neuseeland / USA

Verleih
UIP

Regie
Peter Jackson

Autor
Frances Walsh / Philippa Boyens / Peter Jackson

Laufzeit
180 Minuten

Hauptdarsteller
Naomi Watts
Adrien Brody
Jack Black
Thomas Kretschmann
Colin Hanks
Andy Serkis




Affe, sportlich, sucht attraktive Blondine für gemeinsame Unternehmungen

INHALT

King Kong New York City im Jahre 1933: Wie überall im Lande, plagen sich viele Einwohner mit Armut und Hunger. Die Depression lässt Chaos und Verzweiflung walten; einen Job zu finden, ist so gut wie aussichtslos. Auch Varieté-Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) wird von dieser Misere nicht verschont. Ein glücklicher Zufall in einem unglücklichen Moment lässt Ann den Regisseur Carl Denham (Jack Black) treffen, der sie sogleich in sein Filmerherz schließt und nach einigen Überredungskünsten für sein neuestes Filmprojekt als Hauptdarstellerin engagieren kann. Carl's ursprüngliche Darstellerin ist abgesprungen - vielleicht ahnte sie, auf was sie sich da eingelassen hatte.

Mit samt seiner Filmcrew und Captain Englehorn (Thomas Kretschmann) will Carl an Bord des Dampfers S.S. Ventura nach Singapur reisen, wo er einen Abenteuerfilm vollenden möchte. Es kommt zu Tumulten, als die Mannschaft erfährt, dass es in Wirklichkeit auf die gefürchtete und sagenumwobene Insel Skull Island gehen soll. Doch da ist es schon zu spät, denn ein dichter Nebel lässt das Schiff direkt an besagter Insel stranden. Und tatsächlich, die düsteren Abenteuergeschichten dieser Insel scheinen wahr zu sein. Ruinen einer scheinbar ausgestorbenen Zivilisation prägen die Insel - Ruinen und eine Mauer mit solch mächtigen Ausmaßen, als solle sie die Bewohner vor einer riesigen Kreatur schützen...



KRITIK

King Kong Peter Jackson. Wer diesen Namen hört, kann damit wohl nur eines in Verbindung bringen: "Der Herr der Ringe". Die filmische Umsetzung der J.R.R. Tolkien-Bücher verursachte bei Kritikern wie Publikum Begeisterungsstürme und mit Recht darf die Trilogie bereits heute als Klassiker deklariert werden. Die Anzahl der Werke des neuseeländischen Regisseurs ist in der Tat überschaubar, aber wenn er ein neues Projekt startet, dann macht er das mit Leib und Seele. Dies hat man jetzt auch in Hollywood verstanden und so ließ man Jackson absolut freie Hand bei der Verwirklichung seines Traums. Schon als kleiner Junge war Peter Jackson begeistert von King Kong, einem über sieben Meter großen Gorilla, der mehr oder weniger freiwillig New York unsicher macht und dessen Filmdebüt 1933 stattfand. So begannen bereits während der Postproduction zu "Der Herr der Ringe" die Arbeiten am 180-minütigen Mammutprojekt, in dessen Mittelpunkt ein impulsives, liebenswertes, aber überdimensionales Wollknoll und eine nicht ganz unattraktive Blondine stehen.

Wer behauptet, das, was Peter Jackson anfasst, kann nur gut werden, wird in jedem Fall mit "King Kong" in seiner Meinung bestätigt. Der Neuseeländer hat ein Gespür, eine Gabe für die richtige und publikumswirksame Inszenierung. Diesem Instinkt ist zu verdanken, dass die Handlung - ganz wie im Original - in den 1930er Jahren spielt. Der Charme der alten Tage verleiht dem Film etwas ganz Besonderes, ja fast eine gewisse Wärme. Keine ultra modernen Waffen, keine Helikopter, sondern im Höchstfall alte Maschinengewehre und Doppeldecker. Der Zuschauer fühlt sich, um es paradox zu machen, dank moderner Computertechnologie in das alte New York zurückversetzt. Der Time Square, sämtiche Straßenzüge, ja die gesamte Stadt sehen aus, wie vor 70 Jahren.

Dieses sprichwörtliche Feuerwerk an computergenerierten Effekten zieht sich durch den gesamten Film, ohne sich jedoch selbst zum Star zu machen. Viel mehr bilden sie eine solide Grundlage für die Glaubwürdigkeit dieses Fantasy-Abenteuers. Mit Glaubwürdigkeit wissen auch die Charaktere mit ihrem Tiefgang zu überzeugen. Keine der Figuren ist platt oder langweilig; jeder hat seine Ecken und Kanten. Zur Darstellung der Charaktertiefe hat nicht zuletzt die bemerkenswerte Auswahl der Darsteller beigetragen. Schon zum x-ten Mal gesehene Hollywood-Gesichter sieht man - glücklicherweise - vergebens. Nicht, dass hier Laienschauspieler ans Werk gingen; ganz im Gegenteil. Doch wirken alle, trotz ihrer langen Schauspielerfahrung, auf der Leinwand unverbraucht.

King Kong Naomi Watts - wir sahen sie bereits in Filmen wie "Mulholland Drive", "The Ring" und "I Heart Huckabees" - darf des Öfteren einen beherzten Schrei von sich geben und kommt vor allem bei der Kommunikation mit dem großen Kuscheltier ohne viele Worte aus. Dass dabei gewaltige Emotionen transportiert werden, darf vor allem dem großen Schauspieltalent der in Australien aufgewachsenen Blondine zugeschrieben werden. Sie weiß den Drahtseilakt auf dem schmalen Grat zwischen rührender Szene und Kitsch zu beherrschen. Lächerlich wirkt die Beziehung zwischen ihr und King Kong nie; lustig vielleicht schon eher. Manchmal jedenfalls, wenn sie zum Beispiel versucht, den großen Dicken mit ihren Varieté-Tanzeinlagen abzulenken.

Aber auch für den Charakter des geldgierigen Regisseurs Carl Denham hätte die Wahl auf keinen Besseren als Jack Black ("The School of Rock") treffen können. Egoistisch und nur in seine Kamera verliebt, geht er über Leichen, um die perfekte Aufnahme in den Kasten zu bekommen. Dennoch kommt man nicht umhin, gewisse Sympathien für den Filmemacher zu entwickeln, kommt doch Jack Black mit seiner typisch verschmitzten Art daher und in dessen Augen manchmal irgendetwas zwischen Genie und Wahnsinn aufzublitzen scheint.

Mit an Bord ist - und das im wahrsten Sinne des Wortes - Thomas Kretschmann ("Resident Evil 2", "Der Untergang"). Für den Deutschen ist es nicht das erste U.S.-Projekt, aber bisher wohl das Größte. Mit einer tiefen und recht monotonen Stimme mimt er den strengen Kapitän seines "Luxusliners" und eilt den verloren geglaubten Abenteurern auch hin und wieder zu Hilfe. Sein Part ist nicht herausragend aber trotzdem beachtlich, ist doch Kretschmanns Screentime - gemessen an anderen deutschen Schauspielern in U.S.-Produktionen - doch recht hoch.

Wieder mit dabei ist, so wie das restliche Produktionsteam der "Der Herr der Ringe"-Trilogie, Andy Serkis. Damals hat er in einem Spezialanzug per Motion-Capturing Gollum Leben eingehaucht und auch Kong's virtuelle Motorik wurde durch Serkis Bewegungen, die mit einer Kamera erfasst und dann auf das Computermodell übertragen werden, in Gang gesetzt. So geschehen auch mit der Mimik. Das Resultat ist erneut verblüffent und der Gedanke, diesen Gorilla gäbe es gar nicht, ist geradezu unvorstellbar. Damit Andy Serkis nicht immer nur als Alias zu sehen ist, wurde ihm dieses Mal von Peter Jackson eine echte, wenn auch kleine Rolle geschenkt. Man achte dabei auf den Schiffskoch.

Schmunzelmomente - ab und an gibt es sie - sind für die Nerven des Publikums bitter nötig, denn im Großen und Ganzen ist der Streifen bitterernst, schaurig und nicht selten aufregend. Selbst wer viel aus Kino und Fernsehen gewohnt ist, bekommt hier und da eine Gänsehaut, denn die Inselwelt, die von Jackson und Co. kreiert wurde, ist alles andere als lebensfreundlich. Das Team von WETA-Workshops - die neuseeländische Firma steuerte bereits zu "Der Herr der Ringe" die beeindruckenden Effekte bei - ließ der Fantasie freien Lauf. Was dabei herausgekommen ist, lässt das Publikum zwischen Begeisterung und Entsetzen schwanken. Im gesamten Urwald krabbelt es hier, brüllt es dort und wenn die riesigen Saurierherden in Panik geraten, bebt die Erde. Alles schon mal gesehen? Nicht wirklich, nicht so. Aber schauen Sie selbst.



FAZIT

King Kong "King Kong" ist ein Remake, das sein Vorbild aus dem Jahre 1933 um Lichtjahre schlägt. In Anbetracht der heutigen Technologien ist das aber auch kein Kunststück. Der Zuschauer erwartet die entsprechenden Effekte, ja setzt sie sogar voraus. Dass Landschaften, Tiere und andere Spezialeffekte beeindrucken werden, hat vermutlich auch zuvor niemand in Frage gestellt.

Die Frage galt eher der Umsetzung der Geschichte, den menschlichen und tierischen Schicksalen und dem tatsächlichen Unterhaltungswert. Und genau das ist großartig gelungen. Es ist eine Story rund um Geldgier, Liebe, Enttäuschung und erinnert manchmal an die alten Abenteuerfilme der 1970er Jahre, jedoch ohne altbacken zu wirken. Den Zuschauer erwartet eine Achterbahnfahrt durch sämtliche Zustände der Gefühlswelt, wobei selbst Hartgesottene eine Träne vergießen dürften.

Wer Entspannung sucht, wird diese nur in der 45-minütigen Einführungsphase finden; alles was dann kommt, lässt selten Atempausen zu. Immer, wenn man denkt, schlimmer wird's nimmer, wird noch eins draufgesetzt. Zartbesaitete sollten den Film nicht unterschätzen, denn nicht nur ein Mal zerren Ton und Bild an den Nerven des Betrachters. "King Kong" ist ohne Frage ein absolutes Highlight in diesem sonst so schwachen Kinojahr und dürfte, wie schon das Original, zum Klassiker avancieren. Und Klassiker zu produzieren, das scheint Peter Jackson's Metier zu sein.

Von Lars Lehmann



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