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Home Page : Movies : Die Hollywood-Verschwörung

Die Hollywood-Verschwörung

Original Titel
Hollywoodland

Kinostart
15.02.2007

Genre
Drama

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Buena Vista

Regie
Allen Coulter

Autor
Paul Bernbaum

Laufzeit
126 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Adrien Brody
Ben Affleck
Diane Lane
Bob Hoskins




Superman Noir

INHALT

Die Hollywood-Verschwörung In der Nacht des 16. Juni 1959 stirbt der TV-Superman-Darsteller George Reeves (Ben Affleck) im Schlafzimmer seines Hauses durch einen Kopfschuss. Die Umstände seines To- des sind ungeklärt: War es Selbstmord – wie Reeves Verlobte Leonore Lemmon (Robin Tun- ney) steif und fest behauptet? War es ein Auftragsmord? Ein Mord aus Eifersucht? Reeves Mutter Helen Bessolo (Lois Smith) glaubt jedenfalls nicht an die Selbstmord-Version. Sie beauftragt Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody), den wahren Grund für das Ableben ihres Sohnes herauszufinden. Auf den Spuren von Philip Marlowe und Sam Spade riskiert Louis Simo einen Blick hinter die glitzernde Glamour-Fassade von Hollywood und lernt da- bei nicht nur die Schattenseiten der Filmstadt kennen, sondern auch etwas über die dunklen Seiten seiner eigenen Seele...



KRITIK

Die Hollywood-Verschwörung Wer hat George Reeves umgebracht, wenn nicht er selbst? Der Mord an dem bekannten Superman-Darsteller gilt noch immer als ungeklärt, als ein Mysterium in der Geschichte Hollywoods. Fast schon ein Wunder, dass dieses Thema bis heute noch nicht filmisch umgesetzt wurde. Aber jetzt hat sich Regisseur Allan Coulter, der bisher vor allem als TV-Regisseur für die "Sopranos" oder "Sex and the City" in Erscheinung getreten ist, dem Thema angenommen und einen handwerklich gut gemachten und spannenden Film inszeniert.

Nach "Black Dahlia" von Brian De Palma ist das nun schon der zweite Film innerhalb kurzer Zeit, dessen Handlung sich in den 50er Jahren abspielt. Und auch "Hollywoodland" ist eine Detektivgeschichte, die deutlich das Noir-Feeling der guten alten Zeit beschwört. Größtenteils gelingt es Coulter, eine spannende und dichte Atmosphäre zu kreieren und ganz beiläufig einige Noir-Stilmittel einzubauen, die die Erinnerung an den ein oder anderen Klassiker erwachen lässt. Das schönste altmodische Zitat im Film ist allerdings die hervorragende musikalische Untermalung von Marcelo Zarvos. Gerade in der ersten Hälfte des Films sorgt vor allem der Soundtrack dafür, dass man als Zuschauer dranbleibt. Der Film selbst hat in dieser ersten Stunde nämlich durchaus seine Längen. Im zweiten Teil zieht Coulter dann das Tempo an und der Film nimmt inszenatorisch an Fahrt auf. Auch die Darsteller dürfen jetzt mehr zeigen.

Ob die Globe-Nominierung als Bester Nebendarsteller für Ben Affleck wirklich gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten. Tatsache ist jedoch, dass Affleck hier durchaus seine Eignung als Charakterdarsteller beweist und eine überzeugende Darstellung abliefert. Adrien Brody dagegen ist lange Zeit schlicht unterfordert. Erst im letzten Drittel des Films darf er zu Hochform auflaufen und sorgt für eine bemerkenswert bewegende Szene, als er nach einer ereignisreichen Nacht seinen Sohn besucht. Brody spielt den Detektiv Louis Simo als einen klassischen Anti-Helden, einen typischen Bogart-Charakter, nur ohne dessen Unnahbarkeit. Simo ist zum Ende nicht weniger ein gebrochener Mann als er es am Anfang war, seine Entwicklung spielt sich am Rande ab und Brody bringt uns diese Figur mit seiner ganzen Klasse nahe.

Die Hollywood-Verschwörung Bob Hoskins als dunkler Boss von MGM ist ebenfalls eine perfekte Besetzung. Der ganze Film setzt sich immer wieder mit seinem Setting auseinander, spielt auf die Eitelkeit Hollywoods zur Zeit des Studio-Systems an und auf den schon damals aktuellen Anti-Aging Kult. Coulter geht sehr versiert mit den beiden Zeit-Ebenen um. Die Rückblenden, in denen er Reeves Leben Revue passieren lässt, sind stets fließend in die gegenwärtige Handlung eingebaut und geben die Sicht auf einen jeweils neuen Aspekt dieser interessanten Figur frei. Hier bleibt vor allem die Szene in Erinnerung, in der ein altes Home-Video von Reeves gefunden wird, das mehr über diesen Charakter aussagt als alle seine übrigen Szenen im Film zusammen. Hier wird der Superman-Mythos endgültig entzaubert und ein menschliches Drama angedeutet, für das der mysteriöse (Selbst)mord eine fast schon logische Konsequenz darzustellen scheint.



FAZIT

"Hollywoodland" besticht durch seine atmosphärische Dichte, die gelungene Inszenierung und die hervorragenden Darsteller. Einige Längen vor allem in der ersten Hälfte des Films trüben das Kino-Erlebnis kaum, der großartige letzte Teil entschädigt nämlich wieder für vieles. Coulters Film hat in den USA zwar größtenteils gute Kritiken bekommen, ist aber ansonsten eher untergegangen. Zu Unrecht. "Die Hollywood - Verschwörung" ist ein Film, der die Bezeichnung als moderner Film Noir tatsächlich verdient.

Von Till Kadritzke



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