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Friends with Money

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Kinostart
07.09.2006

Genre
Komödie

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Sony

Regie
Nicole Holofcener

Autor
Nicole Holofcener

Laufzeit
88 Minuten

Hauptdarsteller
Jennifer Aniston
Frances McDormand
Joan Cusack
Catherine Keener




L.A. Lästerschwestern

INHALT

Friends With Money Vier Freundinnen in Los Angeles. Sie sind verheiratet, haben Kinder und Geld. Bis auf Olivia (Jennifer Aniston, „Entgleist“, „Bruce Allmächtig“). Während ihre drei besten Freundinnen ihr Leben fest im Griff haben, kommt Olivia partout nicht auf die Füße. Den Job als Lehrerin schmiss sie hin, nun boxt sie sich als Putzfrau durchs Leben. Ihre Freundinnen Drehbuchautorin Christine (Catherine Keener, „Being John Malkovich“) und Modedesignerin Jane (Frances McDormand, „The Man Who Wasn’t There“, „Fargo“) schauen Olivias Dasein mitleidig zu. Hausfrau Franny (Joan Cusack, „High Fidelity“, „School of Rock“) versucht sogar, sie mit einem prolligen Fitnesstrainer zu verkuppeln, der Olivia nach Strich und Faden belügt und betrügt. Doch auch in den Beziehungen von Christine und Jane braut sich hinter Bilderbuchfassaden Ehezoff an. Die eine streitet sich täglich mit ihrem Ehemann, die andere befindet sich in einer handfesten Midlifecrisis. Lediglich Frannys Ehe scheint stabil und glücklich zu sein…



KRITIK

Friends With Money Der Plot von „Friends With Money“ hört sich zunächst nicht sonderlich spektakulär an. Ist er auch nicht. Es handelt sich bei Nicole Holofceners neuestem Frauenfreundschaftsfilm eher um ein cineastisches Stillleben, ein Sittengemälde moderner Mittelschichtfrauen in L.A., das sich als ein Ensemblefilm à la „L.A. Crash“, in dem verschiedene Episoden mit einem gemeinsamen Dreh- und Angelpunkt parallel erzählt werden, präsentiert. Der Mittelpunkt des Films sind die vier Frauen Jane, Olivia, Christine und Franny, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Dabei erinnert „Friends With Money“ erstaunlicherweise nur geringfügig an die Fernsehserie „Sex and the City“, die ja ebenfalls mit einem vierköpfigen Frauengespann auftrumpfte. Der Unterschied ist allerdings keine Frage der Lokalitäten – New York City lässt sich eh kaum mit Los Angeles vergleichen -, sondern liegt in der Authentizität der Figuren. Während uns „Sex and the City“ übermäßig idealisierte Frauenfreundschaften mit Glamourfaktor vorsetzte, macht der Film „Friends With Money“ keinen Hehl aus den Schwierigkeiten, die vier grundverschiedene Frauentypen miteinander haben. Diese Differenzen machen den Reiz des Ensemblefilms aus, trotzdem gelingt es Regisseurin Holofcener, klischeeverzerrte Charakterkarikaturen Marke „Sex and the City“ zu vermeiden.

Jennifer Aniston als Olivia ist der komödiantische Schwerpunkt des Films. Der Zuschauer schwankt beim Anblick der kiffenden Putzfrau, die stets in unglückliche Männergeschichten verwickelt ist, zwischen Mitleid und Schadenfreude. Man knirscht mit den Zähnen, als Olivia verzweifelt einer alten – und verheirateten - Liebe hinterher hechelt und sich dann auch noch mit dem Fitnesstrainer Mike (Scott Caan) abgibt, der ihr Geld aus der Tasche leiert und nur auf Sex aus ist. Aber dann kann man sich wiederum kaum eines Lachens erwehren, wenn man die gebeutelte Ex-Lehrerin in Edelkaufhäusern auf der Jagd nach Gratisproben einer unglaublich teuren Gesichtscreme begleitet oder sieht, wie sie sich für Mike in ein lächerliches Putzfrauenkostüm wirft und sich von ihm begaffen lässt.

Friends With Money Janes Midlifecrisis ist nicht minder skurril. Allerdings kann man sich den durchaus ernst zu nehmenden Problemen, die hinter Janes hysterischen Anfällen verborgen sind, kaum entziehen. Das Lachen bleibt einem trotz der lustig-ironischen Vorfälle im Halse stecken, denn Janes Psyche offenbart immer größere Abgründe, deren Ausmaß vom Freundeskreis und der Familie unerkannt bleibt. Ehemann Aaron (Simon McBurney), der bei Janes Freundinnen als schwul verschrien ist, widmet sich eher seinem Aussehen und seinem neuen Busenfreund, der ebenfalls Aaron heißt und ähnliche Eheprobleme beschreibt, und übersieht darüber die emotionale Leere seiner Frau.

Christine und ihr Mann David (Jason Isaacs, „Armageddon“, „Black Hawk Down“) sorgen für noch mehr Trübsal. Fast unerträglich ist es, die Ehekrise der beiden Drehbuchautoren mitzuverfolgen. Das Paar, das beruflich als Team auftritt und deshalb immerzu aufeinander hockt, findet keinen gemeinsamen Nenner mehr und versucht vergeblich, sich durch das abstruse Bauvorhaben, ihr Haus mit einem zweiten Stock zu ergänzen, zu retten. Was sie nicht wissen: Hinter dem Rücken der Eheleute wird schon lange über ihre Probleme getratscht. Schon vor der Hochzeit ahnten Franny und Co., dass Christine und David alles andere als perfekt für einander sind.

Die ständige Tratscherei ist in „Friends With Money“ übrigens gang und gäbe. Geradezu essentiell. Denn immer, wenn zwei Freundinnen über peinliche Gesprächslücken stolpern oder sich ein Streit anbahnt, schafft der gemeinsame Gerüchteaustausch der unangenehmen Situation schnell Abhilfe. Besonders die reiche Hausfrau Franny, die augenscheinlich an chronischer Unterbeschäftigung leidet, liebt ihrem sozialen Status entsprechend das oberflächliche Klatschgetuschel und widmet sich gerne der Verkuppelung von Olivia mit dem strohdummen Mike. Dass Franny von allen Filmfiguren die Glücklichste zu sein scheint, mag den Zuschauer nachdenklich stimmen. Macht Geld doch glücklich? Oder verschweigt uns die Luxusdame nur ihre dunklen Geheimnisse?



FAZIT

Friends With Money Zugegeben, „Friends With Money“ ist ein typsicher Frauenfilm. Ein Frauenfilm der Mittel- und Oberschicht. Es geht um Tratsch und Klatsch, Ehezoff und Wohlstand. Was für die Protagonistinnen Alltag ist, wird manchem Zuschauer wie ein seichtes Paralleluniversum erscheinen. Haben diese Damen wirklich keine größeren Probleme? Nein, haben sie nicht. Der Film geht also nie wirklich an die Substanz, dafür sind die Schauspielerinnen und die Dialoge aber einfach herrlich. „Friends With Money“ - der Name ist Programm.

Von Therese Hopfmann



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