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Home Page : Movies : Das perfekte Verbrechen

Das perfekte Verbrechen

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Original Titel
Fracture

Kinostart
17.05.2007

Genre
Thriller

Erscheinungsjahr
2007

Land
USA

Verleih
Warner

Regie
Gregory Hoblit

Autor
David Pyne/ Glenn Gers

Laufzeit
112 Minuten

Hauptdarsteller
Sir Anthony Hopkins
Ryan Gosling
David Strathairn
Billy Burke




Ein Auge zugedrückt

INHALT

Das perfekte Verbrechen Staatsanwalt Willy Beachum (Ryan Gosling, "Half Nelson") winkt ein prestigeträchtiger Job in einer renommierten Kanzlei, für den er seine Karriere als Staatsdiener kurzfristig beenden will. In seinem Büro stapeln sich bereits die Umzugskartons, als ihm ein letzter Fall übertragen wird, der so klar scheint, dass Beachum in bereits gewonnen glaubt. Doch der Angeklagte Ted Crawford (Anthony Hopkins, "Das Schweigen der Lämmer"), der seine Frau aus Eifersucht in den Kopf geschossen haben soll, und die strittige Faktenlage bringen Beachum schon bald ins Schlingern. Crawford hat den Mord seiner Frau penibel geplant, ebenso wie seine Festnahme und Verteidigung vor Gericht. Beachums zunächst hieb- und stichfest scheinende Beweise werden im Strudel der Ereignisse vor den argwöhnischen Augen seiner zukünftigen Arbeitgeber nach und nach entkräftet: Die Tatwaffe ist unauffindbar und Crawfords Geständnis wird wertlos, als sich herausstellt, dass dessen Frau ein Verhältnis mit eben dem Polizisten hatte, der Crawford am Tatort festnahm und sein Geständnis abnahm. Händeringend kämpft Beachum darum, den Fall nicht zu verlieren, doch Crawfords Plan scheint lückenlos.



KRITIK

Das perfekte Verbrechen Gregory Hoblits ("Frequency", "Zwielicht") neuestes Werk "Das perfekte Verbrechen" trägt in der englischen Originalversion den viel passenderen Titel "Fracture". Der Film dreht sich um Brüche, Frakturen und Risse jeder Art, die um Einfluss auf das Leben der Protagonisten zu streiten scheinen. Für Anwalt Beachum etwa geht es darum, einen Riss in Crawfords genialer Strategie und eiskalten Fassade zu entdecken, um seine Karriere zu retten und den gefährlichen Täter hinter Gitter zu bringen. Crawford wiederum ist darauf angewiesen, die Beweislage zu seinen Gunsten zu zersplittern und somit auch Beachums Ansehen und Stolz zu brechen. Und schließlich gibt es da noch eine medizinische Fraktur, deren Bedeutung die zwei Kontrahenten anfänglich unterschätzen: Crawfords Frau Jennifer (Embeth Davidtz, "Schindlers Liste") kommt durch den Kopfschuss nicht um, sie liegt mit einer schweren Schädelfraktur unrettbar im Koma. Das unplanmäßige Überleben des Opfers lässt die Illusion, dass Crawford das perfekte Verbrechen gelungen ist, schnell zerplatzen. Die Frage ist nur, ob und wie dieser Makel in der Umsetzung des Mordplans von Beachum genutzt werden kann, um Crawford zu überführen.

"Das perfekte Verbrechen" baut viel Spannung auf hält diese auch im Verlauf der Handlung. Trotzdem fehlt dem Film das Quäntchen Genialität, das einen unvergesslichen Thriller ausmacht. Das Drehbuch schwächelt gegen Ende inhaltlich. Das Zusammenführen der Handlungsstränge zur Auflösung des Konflikts birgt Ungereimtheiten. Für einen guten Thriller ist es wesentlich, neben den tatsächlichen, explizit dargestellten Entwicklungen der Geschichte auch abzusichern, dass die impliziten "Was-wäre-wenn"-Überlegungen der Zuschauer schlüssige und eindeutige Folgerungen zulassen. Eine der wichtigsten Fragen – was wäre, wenn Jennifer gestorben wäre? – führt jedoch zum Schluss, dass der planmäßige Tod für die Auflösung der Handlung eigentlich keinerlei Unterschied gemacht hätte. Enttäuscht stellt man fest, dass Crawfords Plan wohl schon vor der Umsetzung alles andere als perfekt war. Sein Verbrechen erweckt ironischerweise erst den Eindruck, nicht nachweisbar zu sein, weil Jennifer nicht wie geplant stirbt.

Das perfekte Verbrechen Eine weitere Enttäuschung ist die Entscheidung der Filmmacher, nicht glaubhaft die Option offen zu lassen, dass Crawford nicht der Täter ist. Schnell wird von allen Seiten und nicht zuletzt von ihm selbst bestätigt, dass nur er in Frage kommt. Dabei hätte die Unklarheit über den wahren Delinquenten der Qualität des Films gut getan. In "Das perfekte Verbrechen" bietet sich in der Figurenkonstellation sogar ein weiterer möglicher Verdächtiger an: Dem Polizisten Rob Nunally (Billy Burke), der eine Affäre mit Jennifer hatte, hätte problemlos ein Mordmotiv zugeschanzt werden können. Stattdessen entwickelt sich Nunally zum Schwachpunkt des Plots. Warum er verschweigt, mit Crawfords junger Frau angebandelt zu haben und sich nicht sofort aus den Ermittlungen ausklingt, bleibt völlig unklar. Nunally trifft doch im Grunde keine Schuld am Verbrechen, zumal er nicht wusste, dass seine Geliebte verheiratet war. Hätte man ihn als möglichen Täter inszeniert, hätten diese unlogischen Verwirrungen gar nicht erst ihren Weg ins Drehbuch gefunden.

Das Highlight des Films ist nicht die Geschichte selbst, sondern die Besetzung. Anthony Hopkins wirkt in seiner Rollen des (fast) genialen Psychopathen gnadenlos und übermächtig bis zum Schluss, während Ryan Gosling die schwierige Balance zwischen arrogantem Junganwalt und dem selbstlosen Verteidiger der Gerechtigkeit schafft. Rosamund Pike spielt Nikki Gardner, Beachums zukünftige Vorgesetzte aus der Spitzenkanzlei, die mit ihrem guten Aussehen und Ehrgeiz das zu verkörpern scheint, wonach auch Beachum strebt. Doch die Schöne zeigt Beachum auch die Kehrseite der Medaille des unbarmherzigen Anwaltsgeschäfts. Als Beachum erkennt, dass er den Fall aus ethischen Gründen nicht aufgeben darf, versagt sie im ihre Hilfe. Recht ist für sie Geschäftssache, keine moralische Verpflichtung.



FAZIT

Das perfekte Verbrechen "Man muss nur genau hinsehen, dann findet man überall eine Schwachstelle", gibt Crawford im Film zu. "Das perfekte Verbrechen" zeigt, dass diese Behauptung empfindlich zutreffend ist. Der Thriller beschäftigt sich nicht nur inhaltlich mit Schwachstellen, sondern weist selbst so einige Makel auf. Sieht man nicht genau hin, dann sind diese Unvollkommenheiten tatsächlich nicht so auffällig, dass sie den gesamten Film völlig vermiesen. Man müsste allerdings schon beide Augen zudrücken, um "Das perfekte Verbrechen" als perfekten Thriller durchgehen zu lassen.

Von Therese Hopfmann



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