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Ich, du und der andere

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Original Titel
You, Me and Dupree

Kinostart
21.09.2006

Genre
Komödie

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
UIP

Regie
Anthony Russo/ Joe Russo

Autor
Michael Le Sieur

Laufzeit
110 Minuten

Hauptdarsteller
Owen Wilson
Kate Hudson
Matt Dillon
Michael Douglas




Der beste Freund des Mannes heißt nicht Johannes, sondern Dupree

INHALT

Ich, du und der andere Dupree (Owen Wilson, „Die Hochzeits-Crasher“, „Die Royal Tenenbaums“) ist ein klassischer Nichtsnutz. Er schlingert faul ohne Richtung und Ziel durch sein Leben, dem er dank seiner gnadenlosen Naivität trotzdem viel abgewinnen kann. Verantwortung, Karriere, Familienleben – all das ist nichts für den unreifen Junggesellen. Umso erstaunlicher ist es, dass Dupree sich der beste Freund von Carl (Matt Dillon, „L.A. Crash“, „Eine Nacht bei McCool’s“) nennen darf. Der notorische Schlipsträger Carl feilt fieberhaft an seiner Architektenkarriere, besitzt ein nettes Häuschen in einer Vorortsiedlung und ist verlobt mit der adretten Lehrerin Molly (Kate Hudson, „Der verbotene Schlüssel“).

Natürlich wird Dupree für Carls Hochzeit auf Hawaii zum Trauzeugen berufen. Doch nach den Feierlichkeiten erfolgt der Absturz: Als Dupree nach Hause kommt, werden ihm aufgrund seiner Abwesenheit umgehend Job und Mietvertrag gekündigt. Gegen Mollys Willen wird Dupree kurzerhand in Carls Haus einquartiert. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Dupree findet weder Arbeit noch eine Bleibe und nimmt die Wohnzimmercouch der Frischverheirateten länger in Anspruch als erwartet. Schusselig wie eh und je treibt er Carl und Molly langsam in den Wahnsinn. Er schläft nackt auf dem teuren Ledersofa, verstopft die Toilette und veranstaltet ungefragt einen wüsten Männerabend. Als schließlich das Wohnzimmer brennt, wirft Carl ihn raus. Doch es dauert nicht lange und Dupree kommt zurück – diesmal auf Wunsch von Molly. Plötzlich sind die Rollen vertauscht. Carl will Dupree loswerden. Molly entdeckt hingegen in Dupree einen neuen Freund. Die Eheleute geraten aneinander. Und Freigeist Dupree ist mittendrin…



KRITIK

Ich, du und der andere Owen Wilson ist ein Experte auf dem Gebiet des trotteligen Humors, der in seinen Rollen immer viel Charme versprüht und für Lacher sorgt. Wirklich vielseitig ist er dabei offenbar nicht. Die Charaktere, die er in Komödien wie „Die Tiefseetaucher“, „Die Royal Tenenbaums“ oder „Zoolander“ verkörperte, waren sich trotz äußerlicher Unterschiede alle recht ähnlich. Sie waren alle irgendwie ungewollt tollpatschig und naiv, risikobereit und gutmütig. Owen Wilson eben. Auch in „Ich, du und der andere“ bleibt es dabei. Und genau das macht den Film oft unsagbar langweilig.

Zugegeben, das Drehbuch von Mike Le Sieur hapert ebenfalls mit Innovation und Spannung. Unoriginelle Gags reihen sich nach Sitcom-Manier aneinander und machen den Eindruck, als seien sie beliebig austauschbar. Wann und in welcher Reihefolge Dupree wahlweise beim Masturbieren, Nacktschlafen oder Einölen einer Bibliothekarin erwischt wird, ist dramaturgisch gesehen relativ irrelevant. Hauptsache, er tut es. Um die Lacherquote stabil zu halten.

Ich, du und der andere Witziger ist da schon Michael Douglas’ Auftritt als Vater der Braut und Carls Boss Mr. Thompson. Mollys Daddy ist von seinem neuen Schwiegersohn nämlich gar nicht angetan. Doch offene Verachtung würde wohl nur das Töchterchen verprellen und in die Arme des Unwürdigen treiben. Deshalb sind subtilere Methoden angebracht, um Carl loszuwerden. Da kommt es Thompson sehr gelegen, dass der Schwiegersohn in der eigenen Firma arbeitet. Prompt wird Carl befördert und mit einem riesigen Projekt betraut, das Thompson zu sabotieren weiß. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Carl schiebt immer mehr Überstunden und findet kaum Zeit und Kraft für Molly. Vom eigenen Boss in den Wahnsinn gepiesackt scheint Carl seine Ehe tatsächlich zu zerrütten.

Daheim erwartet das überarbeitete Mobbingopfer neben seiner Frau zu allem Übel ja auch noch Dupree, der sich nun beim Vornamen Randolph nennen lässt, Molly Gedichte vorträgt, nebenbei dafür trainiert, ein Radrennfahrer wie Armstrong zu werden und peinlicherweise auch noch Carls Asia-Porno-Sammlung vor Mollys Augen auffliegen lässt. Für Carl ist klar: Dupree hat es auf seine Frau abgesehen. Während er den ganzen Tag schuftet und sich von seinem Chef runtermachen lassen muss, macht sich der faule Störenfried Dupree an Molly heran! Bezirzt die Dame des Hauses mit lächerlichen Liebesgedichten, Kochrezepten und Armstrong-Sprüchen! Und entlarvt vor den Augen der Angetrauten die heilige Pornokiste, die im Schuppen monatelang so schön als „Campingzeug“ getarnt war! Was zu viel ist, ist zu viel. Carl rastet aus und setzt damit Ehe, Karriere und Freundschaft aufs Spiel. Klar, dass nur Dupree ihm aus der Patsche helfen kann – und will. Es folgen noch mehr Kalauer aus dem Gag-Archiv.



FAZIT

Ich, du und der andere Der vorprogrammierte Emotions-GAU kommt in „Ich, du und der andere“ genauso wenig überraschend wie Wilsons abgegriffene Fettnäpfchensituationen, die so schlapp wie ein Zusammenschnitt der besten „Friends“-Momente sind. Nur nicht so tiefgründig. Nein, Sie haben sich nicht verlesen.

Von Therese Hopfmann



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