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The Dixie Chicks: Shut Up and Sing

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Original Titel
Shut Up & Sing

Kinostart
09.08.2007

Genre
Doku

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Central

Regie
Barbara Kopple/ Cecilia Peck

Laufzeit
93 Minuten

Hauptdarsteller
Martie Maguire
Natalie Maines
Simon Renshaw
Emily Robison




Dear Mr. President

INHALT

The Dixie Chicks: Shut Up and Sing Drei nackte Frauen zieren, mit ihren Händen gerade alle brisanten Körperstellen verdeckend, das Cover eines beliebten amerikanischen Magazins. Worte verewigt in schwarzen Tintenlettern, die vorübergehend auf ihre Haut tätowiert wurden, schmettern dem Betrachter unliebsame Ausdrücke und deren Antonyme entgegen. Es sind die Begriffe, mit denen die wohl berühmteste aller amerikanischen Country-Gruppen, Dixie Chicks, gebranntmarkt wurde, während sich ein Skandal rund um die beispiellose Musikkarriere der drei Bandmitglieder zusammenbraute, dessen Gipfel mit dem provokanten Magazincover erreicht ist. Die Dixie Chicks, das sind Emily Robinson, Natalie Maines und Martie Maguire, durch und durch texanische Country-Girls, mehrfache Grammy-Preisträgerinnen – und seit 2003 Mittelpunkt eines bizarren Eklats, der völlig unscheinbar anfing. Die preisgekrönte Dokumentarfilmerin Barbara Kopple begleitete die Dixie Chicks zwei Jahre lang zwischen 2003 und 2005 und zeigt in "The Dixie Chicks: Shut up & Sing“, wie Maines, Robinson und Maguire gemeinsam die härteste Zeit ihrer Karriere überstehen.



KRITIK

The Dixie Chicks: Shut Up and Sing Es ist 2003, die Dixie Chicks sind auf Welttournee und machen Station in London. Der Auftritt im Shepherds Bush Empire läuft wie erwartet gut, die Stimmung ist auf einem Hoch, da schreit Natalie Maines, Sängerin der Dixie Chicks, ins johlende Publikum: "Und nur damit ihr’s wisst: Wir schämen uns, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas kommt!“ Als Anti-Kriegs-Kommentar vor europäischen Fans gedacht oder vielmehr impulsiv zwischen zwei Songs in den Raum geworfen, verwandelt sich die Äußerung daheim, im konservativen Süden der USA, schnell in eine aufgebauschte Kontroverse. Sollten da drei Ikonen der Country-Musik gerade den texanischen Cowboy im Weißen Haus geschmäht haben?

Unpatriotisch und anti-amerikanisch sei Maines’ Anmerkung gewesen, argumentiert die konservative Rechte und fordert die Bevölkerung auf, die Dixie Chicks zu boykottieren, bis die Gruppe öffentlich Reue zeige. Die Band setzt unterdessen stets begleitet von Kopples Kamera ihre Tour fort und bekommt von den Turbulenzen im heimischen Fanlager erst nicht viel mit. Auf ihrer Internetseite lassen sie verkünden, der Seitenhieb auf Präsident Bush sei zugegebenermaßen etwas drastisch ausgefallen. Die drei Frauen glauben, ihre Kritiker besänftigt zu haben. Wie merkwürdige Traumsequenzen erscheinen ihnen dann die Fernsehbilder aus Texas, in denen erboste Menschen Dixie-Chicks-CDs unter Planierraupen und ins Feuer werfen. Man sieht die Bandmitglieder verwirrt auflachen, die Schultern zucken und ungläubig die Nachrichten aus Übersee verfolgen, die doch tatsächlich einen riesigen Skandal aus einer kleinen Bemerkung zu machen scheinen. "Lächerlich“, findet Maines.

The Dixie Chicks: Shut Up and Sing Zurück in den USA vergeht den Dixie Chicks das Lachen allmählich, als sie begreifen, dass ihre Karriere auf dem Spiel steht. Maines, Robinson und Maguire sehen sich mit unangenehmen Fragen konfrontiert: Sollen sie ihre Country-Karriere um jeden Preis retten, den Konservativen eine Entschuldigung liefern, Maines reumütig entlassen und ersetzen? Oder sollen sie alles aufs Spiel setzen, den Boykott ihrer Musik durch die einflussreichen Radiostationen im Süden ignorieren und gemeinsam ein neues Konzept entwickeln? Die Band entscheidet, gemeinsam in den Kampf zu ziehen. Sie will die Redefreiheit an sich verteidigen, eine neue Karriere aufbauen, die ohne jene "Fans“ auskommt, die sich nach all den Jahren, in denen die Dixie Chicks Country-Musik stolz verteidigten und repräsentierten, der Gruppe den Rücken zugewandt haben, sie für ihre politische Stellungnahme beschimpfen und ihr am liebsten das Wort verbieten möchten.

Genau diese schöpferische Pause, die sich die Dixie Chicks zur Umorientierung nehmen, nutzt Regisseurin Kopple aus, um den drei Frauen auch auf der Leinwand Freiraum jenseits der politischen Trubels zu lassen und Zeit zu geben, ihre verschiedenen Persönlichkeiten vor dem Zuschauer zu entfalten. Robinson, Maines und Maguire zeigen sich als genau das: Frauen. Sie sind keine singenden Country-Girls mehr. Der öffentliche Skandal hat sie sich emanzipieren lassen, sie sind Mütter und scharfsinnige Geschäftsfrauen, die sich noch nie so sehr ihrer Rolle im Musik-Business bewusst waren. Ein Zurück in die Unschuld vor der Nacht in London gibt es nicht.



FAZIT

The Dixie Chicks: Shut Up and Sing Barbara Kopples "The Dixie Chicks: Shut up & Sing" ist ein Dokumentarfilm, der einer vielschichtigen und vieldiskutierten Geschichte mit viel Feingefühl begegnet. Ihr Film vermittelt das Gefühl, den unfreiwilligen Protagonistinnen eines (politischen) Schlagabtauschs unglaublich nah zu sein und ihre Sicht des Geschehens zu erleben ohne dabei aufdringlich zu wirken. Kopple dokumentiert, wie die Karrierekrise der Dixie Chicks zur Selbstfindung wurde, indem sie die Bandmitglieder in ihrem authentischen Umfeld zeigt. Kopples Kamera macht keinen Hehl daraus, dass Sängerin Maines ein Großmaul mit Jodelstimme ist oder dass Robinson und Maguire keineswegs immer die feinen Ladys aus dem Süden sind, für die sie gehalten werden. So sorgen die Damen von ganz allein für genau die Spannung, die man Dokumentarfilmen so oft abspricht.

Von Therese Hopfmann



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