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Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit

Original Titel
Déjà Vu

Kinostart
27.12.2006

Genre
Science Fiction/ Thriller

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Buena Vista

Regie
Tony Scott

Autor
Bill Marsilii & Terry Rossio

Laufzeit
127 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Denzel Washington
Paula Patton
Val Kilmer
James Caviezel




Wettlauf mit der Logik

INHALT

Déjà Vu Doug Carlin (Denzel Washington, "Inside Man", "Der Knochenjäger") ist Agent der amerikanischen Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen und für seine Genauigkeit bei der Aufklärung von komplizierten Fällen bekannt. Genau deshalb und wegen seiner ausgezeichneten Ortskenntnis von New Orleans soll der ambitionierte Agent einem FBI-Team bei der Aufklärung eines Terroranschlags helfen, bei dem über 500 Menschen bei der Explosion einer Fähre starben. Dank Carlins Mithilfe und einer neuen Technologie, die dem FBI einen Blick in die Vergangenheit gewährt, kann der Terrorist binnen kurzer Zeit gefasst werden. Eines seiner Opfer, die schöne Claire Kuchever (Paula Patton, „Hitch", „Idlewild"), fasziniert Carlin so sehr, dass er alles daran setzt, die junge Frau mittels der neuen FBI-Zeitmaschine zu retten.



KRITIK

Déjà Vu Jerry Bruckheimers Produktion „Déjà Vu" bekommt derzeit viel Aufmerksamkeit seitens der amerikanischen Medien. Dabei wird allerdings weder dem Hauptdarsteller des Films noch der abenteuerlichen Reise in die Vergangenheit viel Beachtung geschenkt. Es geht schlicht um die Austragungsstätte des Spektakels: New Orleans. Bruckheimer rühmt sich, mit „Déjà Vu" den ersten Film in der Südstaatenstadt nach Hurrikan Katrina, der 2005 große Teile von New Orleans zerstörte, gedreht zu haben. Tatsächlich ließ Regisseur Tony Scott („Man unter Feuer", „Domino") den Drehort nicht unbeachtet und baute einige unverkennbare Bilder von verlassenen und zerstörten Häusern in seinen Film ein. Die Einzigartigkeit der Location, einer modernen Stadt zwischen Verwüstung, Abbruch und Neuaufbau, überträgt sich allerdings keineswegs auf die Geschichte, die „Déjà Vu" zu erzählen sucht. Vielmehr ist das post-Katrina New Orleans der einzige Aspekt des Films, der unverbraucht und frisch ist. Der einzige nicht fiktive Aspekt schafft hier also irrwitzigerweise, was sonst eigentlich dem fiktiven Teil eines Spielfilms vorbehalten bleibt: Originalität.

Déjà Vu Die Geschichte selbst müht sich vergeblich, originell zu sein. Der recht abgegessenen Räuber-und-Gendarme-Idee und dem Wettlauf-gegen-die-Zeit-Konzept, auf denen „Déjà Vu" basiert, wird ein vermeintlich hypermodernes Gerät hinzugefügt, das für Innovation sorgen soll. Die ominöse Zeitmaschine büßt allerdings schon beim Kriterium der Optik an Neuartigkeit ein. Die Konstruktion nimmt großzügige Anleihe bei Zeitreise- und Parallelweltportalen aus älteren Produktionen wie beispielsweise „Timeline", „The Time Machine" und „Stargate". Doch „Déjà Vu" hadert mit dem Umgang mit seiner polierten Stahlkugel, die mittels seltsamer Strahleneinwirkung das Raum-Zeit-Kontinuum aufweicht. „Déjà Vu" will – wohl in der Hoffnung, Authentizität zu schaffen – die Pseudo-Technologie erklären, deren Eigenschaften zu allem Übel die gesamte Handlung bestimmen. Genau 4,5 Tage reicht nämlich das Zeitfenster zurück, nicht weniger und nicht mehr. Dazu kommt, dass lediglich ein kleiner Radius live überwacht werden kann. Thermo-Kameras können durch Wände sehen. Die Liste der skurrilen Wunderattribute ließe sich beliebig fortsetzen. Satellitentechnik wird als wackelige Erklärung angeführt, später ist von Wurmlöchern die Rede. Krampfhaft versucht der Film zu rationalisieren, was nicht zu rationalisieren ist.

„Déjà Vu" verhaspelt sich jedoch auch auf weniger physikalischem Terrain. Schicksal und Spiritualität sind thematisch als Gegenpol zu der lächerlichen Technologie angelegt. Doch auch der Diskurs der Vorbestimmtheit bzw. Veränderlichkeit der Vergangenheit misslingt. Carlins Ausflug in die Vergangenheit legt manchmal nahe, Ereignisse seien unveränderlich. An anderer Stelle kann Clarin die Vergangenheit allerdings wiederum mühelos ändern. Im Falle von Clarins Polizeikollegen, dessen Tod durch die Zeitreise lediglich verändert, aber nicht aufgehoben wird, muss gar der wage Begriff „Schicksal" als Erklärung herhalten. Die daraus entstehenden Unstimmigkeiten und Lücken sind nur schwer zu verzeihen. Sollte die peinlich unglaubwürdige Zeitreisemaschine nicht wenigstens eine schlüssige Zeitreise ermöglichen?



FAZIT

Déjà Vu Tony Scotts Film „Déjà Vu" versucht, Action, Liebe und Zeitreise zu vereinen. Letzteres hätte man sich sparen können. Die Erläuterung der verflixten Maschine nimmt nicht nur viel Zeit und Nerven in Anspruch, sie stellt darüber hinaus auch keine filmische Innovation dar. Als Action-Film ohne Wurmloch wäre „Déjà Vu" freilich auch nur eine Anhäufung altbackener Hollywood-Tricks, zumindest aber bliebe dem Zuschauer unnötiger Technik-Unsinn erspart.

Von Therese Hopfmann



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