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Death Proof - Todsicher

Original Titel
Grindhouse: Death Proof

Kinostart
19.07.2007

Genre
Horror

Erscheinungsjahr
2007

Land
USA

Verleih
Senator

Regie
Quentin Tarantino

Autor
Quentin Tarantino

Laufzeit
113 Minuten

Hauptdarsteller
Kurt Russell
Sydney Tamiia Poitier
Vanessa Ferlito
Jordan Ladd




Eine schlechte Kopie

INHALT

Death Proof - Todsicher "Death Proof – Todsicher” ist Quentin Tarantinos Beitrag zu dem Double Feature "Grindhouse", das ursprünglich aus seinem Film und Robert Rodriguez’ "Planet Terror" bestand, aber nach enttäuschenden Ticketverkäufen in den USA für die Veröffentlichung in Europa entzweit wurde. Zu Verwirrungen über die Trennung des Projektes kam es hierzulande, weil "Death Proof" selbst ein wortwörtlich zwiespältiges Werk ist, geradezu ein Zwei-in-eins-Filmerlebnis, das selbstverständlich der Dekonstruktion von "Grindhouse" nicht zum Opfer fiel, sondern sogar um 27 Filmminuten erweitert wurde.

Zunächst begleiten wir vier attraktive Damen auf einer Feierabendspritztour durch Austin, Texas. DJane Jungle Julia (Sydney Tamiia Poitier, "Ein wahres Verbechen"), eine kleine Berühmtheit der texanischen Metropole, und ihre Freundinnen Arlene (Vanessa Ferlito, "Spider-Man 2") und Shanna (Jordan Ladd) genießen einen typischen Abend voller Alkohol und Jukebox-Musik, bis der unheimliche Stuntman Mike (Kurt Russell, "Das Ding aus einer anderen Welt", "Die Klapperschlange") den drei Mädels und Hippie-Blondine Pam (Rose McGowan, "Scream") mit seiner getunten Stuntkarre auf die Pelle rückt. Im zweiten Teil des Films ist Stuntman Mike wieder auf Frauenjagd. Doch das Frauenquartett, dem er sich nun widmet, denkt gar nicht daran, sich an seine Spielregeln zu halten. Kim (Tracie Thoms), Abernathy (Rosario Dawson, "Sin City"), Zoë (Zoë Bell) und Lee (Mary Elizabeth Winstead, "Final Destination 3”) haben mit ihren weiblichen Leidensgenossinnen aus dem ersten Teil nicht viel gemein. Stuntman Mike hat es nicht nur schwer, sein Monsterauto auf die Frauen anzusetzen, sondern wird vom Jäger geradezu zum Gejagten.



KRITIK

Death Proof - Todsicher Wer in den Sechzigern und Siebzigern in einen so genannten Grindhouse-Film stolperte, der war auf alles vorbereitet außer eines: Hochglanzkino. Grindhouse ist Sex, Drogen, Monster, Anarchie, Mord und Totschlag auf der großen Leinwand kleinerer Kinos. Doch der eigentliche Unterschied zum High-Budget-Spielfilm lag weniger in der Auswahl der verfilmten Themen selbst als vielmehr in ihrer Inszenierung. Drehbuch, Schauspiel, Ausleuchtung, Kameraarbeit und Schnitt waren normalerweise nicht mit hoher Qualität gesegnet und somit gestaltete sich die Identifizierung eines Grindhouse-Films auf visueller und inhaltlicher Ebene nie als sonderlich schwierig. Dabei stand die verschlissene Fassade so eines B-Movies immer für eine ganze Reihe von desaströsen Produktionshintergründen und Vorführpraktiken, die vor allem der chronischen Geldnot der Filmemacher oder Kinobetreiber geschuldet waren. Erst das machte einen Film zum Grindhouse-Anwärter.

Die Versuchung, heutzutage bei der Kreation eines Grindhouse-Streifens schlicht den oberflächlichen Look zu imitieren, statt die Produktionsbedingungen zu simulieren, scheint also groß. Empfindet man nur den Look nach, wird das Produkt höchstens einer Hommage an das Exploitation-Genre ähneln, muss man sich aber tatsächlich mit einem kleinen Budget abstrampeln, wird das Resultat verbunden mit einer wahnwitzigen Story-Idee schon fast von ganz allein zur echten B-Movie-Inkarnation. Was Quentin Tarantino ("Kill Bill") als leidenschaftlicher Fan des Genres mit "Death Proof" vorlegt, ist keine Reinkarnation, sondern eine Hommage an das Grindhouse-Kino der Siebziger und sollte trotz vieler nostalgischer Momente auch als solche gesehen werden.

Death Proof - Todsicher "Death Proof" ist nicht nur deshalb kein B-Movie, weil Erfolgsregisseur Quentin Tarantino mit durchaus talentierten Hollywood-Schönheiten wie Rosario Dawson und Rose McGowan arbeitete oder weil der Film ein zweistelliges A-Movie-Millionenbudget verschlang. "Death Proof" ist einfach gut gemacht – zu gut, um als Grindhouse-Film durchzugehen. Tarantinos Drehbuch ist brillant, die Kameraarbeit überaus zufriedenstellend. Angekratze Zelluloid-Stellen, amateurhafte Schnitte und Schwarzweißfilmmaterial wurden liebevoll in den Film eingefügt. Hier war ein Perfektionist, ein obsessiver Verehrer des Grindhouse-Kinos und überhaupt des Films am Werk. Das kann keine einzige Filmminute leugnen; Tarantinos Handschrift ist überall.

Einzig die Geschichte, die "Death Proof" vorträgt, erinnert wahrlich noch an Grindhouse-Produktionen. Ihre Gewalthaltigkeit und ihr Blutpegel laden zum Vergleich mit B-Movies ein, auf den man sich jedoch nicht einlassen sollte. Würde man einen Vergleich anstrengen wollen, müsste sich der Film unweigerlich genau mit den alten Slasher-Kultfilmen messen, denen er so huldigt. Man würde Tarantino mit Grindhouse-Regisseuren wie Wes Craven vergleichen und schließlich vielleicht sogar Cravens neueres Werk "Scream" (und Nachfolger) – denn nicht alle Exploitation-Filme sind unbedingt betagt - "Death Proof" gegenüberstellen wollen. Obwohl das "moderne Grindhouse" in Filmen wie "Scream" und "Final Destination" mit seiner Herkunft spielt und das ursprüngliche Grindhouse kommentiert wie "Death Proof", befindet sich Tarantino mit seinem Film auf ein völlig anderen Ebene des Filmemachens, die "Death Proof" als Hommage, als puren Kommentar kennzeichnet, der nostalgisch einen Look mimt, um ganz unterschiedliche Ziele zu erreichen. Weder ihm noch Rodriguez geht es um maximalen Profit bei minimalem Einsatz, sondern um das Ausleben eines Filmfetischs und das Nachempfinden eines vergangenen Kinogefühls der Grindhouse-Ära, in der B-Movies Tabus auf wenig subtile Art und Weise brachen.



FAZIT

Death Proof - Todsicher "Death Proof" ist eine schlechte Kopie eines B-Movies aus den Siebzigern, aber eine geniale Hommage an das Grindhouse-Kino. Als Imitation sollte und kann "Death Proof" deshalb nicht betrachtet werden, obwohl der authentische Look mit den langbeinigen wie halbnackten Protagonistinnen und dem vernarbten Bösewicht natürlich gewollt an alte Slasher-Filme erinnert. Doch gerade weil der Look nur ein Look, ein oberflächliches Aussehen-als-ob, ist, ist "Death Proof" im Kern eine Hommage, keine Reinkarnation.

Von Therese Hopfmann



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