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Home Page : Movies : Candy

Candy

Kinostart
21.09.2006

Genre
Drama

Erscheinungsjahr
2005

Land
Australien

Verleih
Concorde

Regie
Neil Armfield

Autor
Luke Davis/ Neil Armfield

Laufzeit
116 Minuten

Hauptdarsteller
Abbie Cornish
Heath Ledger
Geoffrey Rush
Tony Martin




Die Liebe in den Zeiten von Heroin

INHALT

Candy Candy (Abbie Cornish), eine attraktive junge Künstlerin, ist verliebt in Dan (Heath Ledger), einen viel versprechenden Gelegenheitsdichter. Alles, was für die beiden zählt, ist ihre eigene Welt und ihre Leidenschaft füreinander. In der Droge Heroin finden sie die Grenzenlosigkeit, die sie suchen. Ihre gemeinsame Zukunft scheint unbesiegbar. Doch schon bald gehen ihnen die Mittel zur Drogenbeschaffung aus. Candy verkauft ihren Körper und Dan lässt es zu. Damit haben sie unmerklich eine Grenze überschritten. Um den Halt in der wirklichen Welt nicht zu verlieren, erneuern sie ihr Liebesversprechen durch eine Heirat. Der Tag der Hochzeit verschwindet jedoch im Nebel des Drogenrauschs und Candys Eltern sind verwirrt, sehen hilflos zu, wie ihre Tochter ihnen entgleitet.

Nach und nach wird die Sucht zu Candys und Dans ständigem Begleiter und schmiedet sie noch enger zusammen. Ihr Mentor und Vertrauter Casper (Geoffrey Rush), ein Professor für organische Chemie und ebenfalls drogensüchtig, beobachtet sie und versorgt sie mit selbst hergestellten Rauschmitteln. Candy hält das ständige Auf und Ab, zu dem ihr Leben geworden ist, nicht mehr aus. Ihre Wut und Verzweiflung über nicht erfüllte Träume treibt einen Keil zwischen die Liebenden. Candy wird schwanger und möchte endlich clean werden.



KRITIK

Candy Im Verlauf des Films fällt dieser Satz zweimal: „Wir können aufhören, wann immer wir wollen.“ Kein einziges Mal ist er ernst gemeint, das wissen sowohl Zuschauer als auch die Hauptfiguren Dan und Candy. Die Drogen sind immer präsent im Leben der beiden, nur selten hegt man wirkliche Hoffung auf ein Entkommen. „Candy“ ist kein einfacher Film, geht unter die Haut und zeigt eine beklemmende Auswegslosigkeit. Schriftsteller Luke Davies ist selbst durch diese Hölle gegangen und hat seine Erfahrungen in seinem Roman „Candy“ verarbeitet. Diesen Roman hat TV-Regisseur Neil Armfield verfilmt und es damit sogar in den offiziellen Wettbewerb der diesjährigen Berlinale geschafft. Und das völlig zurecht: „Candy“ ist ein intelligenter und vor allem bewegender Film.

In erster Linie ist „Candy“ kein Stück über Drogen, sondern über die Liebe zwischen Candy und Dan, die keine Grenzen zu kennen scheint. Auch die Drogensucht ist letztendlich eine Konsequenz dieser Liebe: Candy und Dan wollen alles miteinander teilen, ihre größte Angst ist es „normal“ zu sein. Diese Angst äußerst sich nicht nur im Heroin-Genuss, so sehen wir die beiden in anderen Szenen in einem riesigen Simulator oder unter Wasser im Schwimmbad. Doch die Drogen sind letztendlich das einfachste Mittel um der Normalität zu entkommen, das zeigt „Candy“ sehr deutlich und mit harten Bildern.

Dass ein paar dramaturgische Schwächen nicht sehr deutlich ins Gewicht fallen, dafür sind vor allem die beiden Hauptdarsteller verantwortlich. Heath Ledger („Brokeback Mountain“), der seinen australischen Akzent hier endlich einmal nicht verstecken musste, überzeugt in der Rolle des Dan vollkommen. Auch wenn er sein Image als Hollywood-Schönling nie ganz vergessen machen lässt, nimmt man ihm die Drogensucht und die fast schon verzweifelte Liebe zu Candy ab. Noch besser ist seine Partnerin Abbie Cornish („Somersault“), die demnächst an der Seite von Russell Crowe in „A Good Year“ zu sehen sein wird. Als Candy macht Cornish eindrucksvoll auf sich aufmerksam, geht bis an die Grenze des Erträglichen – ihr sollte eine große Karriere bevorstehen. Es ist nur schwer mit anzusehen, wie sich dieses junge Mädchen an ihre Sucht verkauft.

Candy Auch inszenatorisch kann „Candy“ große Pluspunkte sammeln: Neil Armfield findet wunderschöne Bilder für die Liebe, für die Drogen-Trips und die ständige Abhängigkeit. Und auch die Nebendarsteller tragen zum starken Kino-Erlebnis bei, allen voran Geoffrey Rush („Fluch der Karibik“) als Chemie-Professor und Junkie Casper. Doch auch Candys Eltern, gespielt von Tony Martin und Noni Hazlehurst, tragen einen wichtigen Teil zur Geschichte bei, sind allerdings etwas zu plakativ gezeichnet – eine der wenigen Schwächen eines ansonsten eindrucksvollen Films.



FAZIT

Während sich das Vorzeige-Drogen-Drama „Requiem for a Dream“ auf die Droge an sich konzentriert, erzählt „Candy“ anhand einer sehr menschlichen Liebe von der Sucht. Dem Australier Neil Armfield ist ein bewegendes Drama gelungen, das zurecht für diverse Preise nominiert war. Vor allem die großartige Abbie Cornish sorgt für unvergessliche Szenen und verdient den größten Respekt, geht sie hier doch tatsächlich durch die Hölle. Kein Film für einen gemütlichen Kino-Abend, es wäre zu hoffen, dass er dennoch sein Publikum findet.

Von Till Kadritzke



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