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Das Bourne Ultimatum

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Original Titel
The Bourne Ultimatum

Kinostart
06.09.2007

Genre
Action/ Thriller

Erscheinungsjahr
2007

Land
USA

Verleih
Universal

Regie
Paul Greengrass

Autor
Tony Gilroy/ George Nolfi ...

Laufzeit
115 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Matt Damon
Julia Stiles
David Strathairn
Scott Glenn




Der Post-9/11-Look

INHALT

Das Bourne Ultimatum Matt Damon ("Departed: Unter Feinden", "Good Will Hunting") alias Jason Bourne kehrt zurück auf die Kinoleinwand. Seines Gedächtnisses beraubt und weltweit von Polizei und Geheimdiensten verfolgt, nähert sich Bourne Schritt für Schritt und Kugel für Kugel der Wahrheit über seine Vergangenheit an. Im Rahmen des geheimen Projekts Treadstone diente Bourne einst als CIA-Werkzeug für besonders pikante Aufträge, bis er sich ohne jegliche Erinnerung im Mittelmeer wiederfand. Seitdem sind die Hintermänner von Treadstone pausenlos damit beschäftigt, den aufmüpfigen Amnesie-Agenten zu liquidieren. Doch Bourne findet auch im dritten Teil der Filmreihe erneut Verbündete, die ihm dabei helfen, seine früheren Arbeitgeber zu enttarnen und seine Identität endlich zu entschlüsseln. In Madrid kann Bourne CIA-Agentin Nicky Parsons (Julia Stiles, "Save the Last Dance") für sich gewinnen und aus den oberen Rängen der Organisation kommt Unterstützung in Form von der ihm wohlgesonnenen Spionage-Expertin Pamela Landy (Joan Allen).



KRITIK

Das Bourne Ultimatum Wie seine beiden Vorgänger "Die Bourne Identität" (2002) und "Die Bourne Verschwörung" (2004) wird auch "Das Bourne Ultimatum" von der internationalen Presse hoch gelobt. Größter Aufhänger der glückseligen Kritiken ist der vermeintliche Realismus der Filmreihe. "Endlich einmal keine perfekten Hochglanz-Bilder, sondern Ecken und Kanten! Ein wahrhaftiger Post-9/11-Film, der eine neue Ära des Spionage-Thrillers einläutet!" So in etwa tönt es aus den Reihen der Bewunderer. Doch was genau soll nun die Bourne-Filme realistischer machen als andere Hollywood-Produktionen?

Die Geschichte der Bourne-Reihe, die auf Robert Ludlums Romanen basiert, ist geradezu klassisch. Ein Mann kämpft gegen den Rest der Welt. Er ist eine gewitzte und moralisch gewissenhafte Profi-Kampfmaschine und obendrein ein gefragter Lover mit internationalen Liaisons. Er allein will die Machenschaften einer verschwörerischen Organisation aufdecken, sein Leben ist ihm dabei egal, schließlich hat er nichts zu verlieren. Selbst durch etliche Schusswunden lässt er sich nicht kleinkriegen. Jason Bourne ist ein Held, dessen Charakterzüge und Fähigkeiten so klassisch sind, dass selbst die alten Griechen in ihm ohne Schwierigkeiten eine Reinkarnation des sagenumwobenen Odysseus wiedererkennen würden. Realistisch ist Bourne also höchstens deshalb, weil Matt Damon ein ganz passabler Schauspieler ist und Bournes Agenda mit mehr oder weniger plausiblen Gefühlsregungen versieht.

Das Bourne Ultimatum Wenn also die Story nicht wirklich vor Realismus strotzt und auch gegenüber anderen Spionage-Thrillern und Actionfilmen nicht sonderlich originell erscheint, wo ist dann der so gepriesene neuartige Realismus zu finden? Vielleicht ist es ja die Wahl des "Post-9/11-Themas". Aber sind wir tatsächlich erst seit dem 11. September 2001 dazu bereit, an Regierungskomplotte und Geheimdienstskandale zu glauben? Schon 1947 rief ein abgestürztes Ufo in Roswell eine ganze Generation von amerikanischen Verschwörungstheoretikern auf den Plan, die später auch hinter der Ermordung John F. Kennedys und der Mondlandung Top-Secret-Täuschungsmanöver vermuteten. Die Terroranschläge 2001 machen "Das Bourne Ultimatum" mitnichten realistischer als ältere Geheimdienst-Streifen.

Pseudo-realistisch ist allenfalls der Look des Films. Der britische Regisseur Paul Greengrass ("Flug 93") ist gewissermaßen ein Fachmann auf dem Gebiet der Doku-Optik. Wackelige Kamera, blasse blaugraue Farben, imperfekte Einstellungen, das alles sind Neuheiten für Hollywood. Nicht aber für die europäische Filmlandschaft. Im Gegenteil, der Post-9/11-Look, wie man die Greengrass-Optik bezeichnen könnte, ist vor allem durch das europäische Kino inspiriert. In Hollywood ist Europa gerade in. Warum aber wird europäischen Filmen von der hiesigen Presse dann so selten das Prädikat des besonderen Realismus verliehen? Offenbar braucht es ausgerechnet einen Film made in Traumfabrik, um die Ästhetik von europäischen Low-Budget-Filmen zu würdigen. Plötzlich fühlt sich die Presse hier von Hollywood geschmeichelt, auch weil Franka Potente und Daniel Brühl gnädigerweise an der Filmreihe mitwirken durften.

Am realsten jedoch ist das Vergnügen, das "Das Bourne Ultimatum" dem Zuschauer bereitet. Bourne und seine Gegner duellieren sich auf dem ganzen Globus ohne Verschnaufpause und bieten so allerhand brenzlige Situationen und dramatische Verfolgungsjagden. Die Konstellation der Verbündeten, der Feinde und der Freunde, bleibt dabei immer übersichtlich genug, um ohne viele Erklärungsmomente zurechtzukommen. Niemand hat gesagt, dass gute Spionage-Thriller unbedingt kompliziert sein müssen.



FAZIT

Das Bourne Ultimatum Jason Bourne, seines Zeichens strategisches Superhirn, ist zum dritten Mal nonstop einsatzbereit und bahnt sich seinen rasanten Weg durch Moskau, Paris, Madrid, London, Tangier und New York City. Greengrass’ "Das Bourne Ultimatum" ist eine spannende und actiongeladene Kombination von europäischer Optik und amerikanischer Story-Tradition, die einen gelungenen Abschluss der Bourne-Trilogie darstellt.

Von Therese Hopfmann



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