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Blood Diamond

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Kinostart
25.01.2007

Genre
Thriller/ Drama

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Warner

Regie
Edward Zwick

Autor
Charles Leavitt

Laufzeit
143 Minuten

FSK
ab 16 Jahren

Hauptdarsteller
Leonardo DiCaprio
Jennifer Connelly
Djimon Hounsou
Kagiso Kuypers




T.I.A. – This is Africa

INHALT

Blood Diamond Sierra Leone vor dem Hintergrund des chaotischen Bürgerkriegs der 90er Jahre: Der Fischer Solomon Vandy (Djimon Honsou) ist von seiner Familie getrennt und zur Arbeit auf den Diamantenfeldern gezwungen worden. Als er einen außergewöhnlichen Rohdiamanten entdeckt, versteckt er ihn unter großem Risiko: Falls sein Diebstahl bemerkt wird, hat er sein Leben sofort verwirkt. Aber Solomon weiß natürlich, dass dieser Diamant für sich und seine Familie einen Weg aus der Hölle bedeuten kann. Danny Archer (Leonardo DiCaprio), ein weißer Ex-Söldner aus Simbabwe befindet sich in einer gänzlich anderen Situation: Er verdient seinen Lebensunterhalt, indem er Diamanten gegen Waffen tauscht. Als er wegen Schmugglerei im Gefängnis sitzt, erfährt er von Solomons Geheimnis. Der Gegenwert eines solchen Diamanten würde auch Archer die Flucht aus Afrika, aus dem Teufelskreis von Gewalt und Korruption ermöglichen, mit dem er sich bisher allerdings gut arrangiert hat.

Die idealistische US-Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) will in Sierra Leone zunächst nur herausfinden, in welchem Maße die Diamanten die Existenz der Menschen dort beeinflussen und die Machenschaften der profitgeilen Branchenbosse aufdecken. Sie hält sich an Archer, weil dieser ihr Insider-Informationen für ihren Artikel liefern kann. Doch bald bemerkt sie, dass Archer sie viel dringender braucht. Maddy hilft Archer und Solomon, das gefährliche Rebellengebiet zu durchqueren. Archer ist auf Solomon angewiesen, um an den unschätzbaren rosa Diamanten zu kommen, während Solomon mit Hilfe von Maddy einen viel wertvolleren Schatz zu finden hofft – seinen Sohn, den Rebellen gefangen genommen und zum Kindersoldaten ausgebildet haben.



KRITIK

Blood Diamond "Steine, die aus kriegführenden Ländern herausgeschmuggelt werden, nennt man Konflikt-Diamanten. Sie dienen dazu, weitere Waffen zu kaufen, die Todesrate zu erhöhen und das Land noch mehr zu zerstören. Was die Weltwirtschaft angeht, spielen Diamanten vielleicht nur eine untergordnete Rolle, aber dennocht macht die Branche Milliardenumsätze – was bedeutet, dass auch schon eine kleine prozentuale Beteiligung viele Millionen abwirft und zahllose Handfeuerwaffen finanziert. Die Mitarbeiter nichtstaatlicher Organisationen wie Global Witness, Partnership Africa-Canada und Amnesty International gaben den Steinen in den 1990er-Jahren einen Namen, um in der Öffentlichkeit Bewusstsein für die Krise zu schaffen: Sie nannten sie "Blutddiamanten". (Regisseur Edward Zwick)

Edward Zwick gilt schon fast als Experte für politische und historische Action-Filme. Nach "Glory" über den US-amerikanischen Bürgerkrieg und "The Last Samurai" nimmt er sich jetzt einem Thema an, das auch für Hollywood in den letzten Jahren immer attraktiver geworden ist: Den Problemen Afrikas. Zuletzt hatten sich unter anderem Regie-Altmeister Sydney Pollack mit "Die Dolmetscherin" und Terry George mit dem bewegenden "Hotel Ruanda" mit dem schwarzen Kontinent beschäftigt. Nun kommt Zwicks "Blood Diamond" in die Kinos und wahrscheinlich werden sich auch hierzulande einige Leute darüber beklagen, dass Hollywood nun auch ein Land wie Sierra Leone als Abenteuerspielplatz für einen Action-Kracher ausnutzt. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht.

Blood Diamond "Blood Diamond" behandelt ein wichtiges Thema und bereitet es hollywoodgetreu auf. Das sorgt auf der einen Seite für erhöhte Chancen auf einen finanziellen Erfolg (den der Film durchaus verdient), trägt auf der anderen Seite aber zu einer starken Vorhersehbarkeit der Geschichte bei. Als Solomons Sohn von den Rebellen gefangen genommen und zum Kindersoldaten ausgebildet wird, ist schnell klar, worauf die Story hinauslaufen wird. Vor allem in der letzten halben Stunde reibt sich die brutale Authentizität der Bürgerkriegs-Szenen mit der Schemahaftigkeit einer Hollywood-Produktion. Die Geschichte wird von Etappe zu Etappe unglaubwürdiger, Zwick reibt dem Zuschauer seine Botschaft etwas zu deutlich unter die Nase und der Film ist insgesamt einfach zu lang geraten. Das nimmt zwar etwas den Spaß, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der positive Eindruck hier durchaus überwiegt.

Denn innerhalb der angesprochenen Hollywood-Formeln ist "Blood Diamond" ein mehr als würdiger Vertreter seines Genres. Die Action-Szenen sind so grandios inszeniert, dass man sich fragen muss, wie Zwick es geschafft hat, solch chaotische und willkürliche Schießereien völlig ohne Computer-Tricks zu choreographieren. Die teilweise durchaus harten Sequenzen vermitteln ihre Brutalität auf eine so kompromisslose und realistische Weise, dass die Gewalt hier mehr schockiert als die Blutgeilheit gewisser Zielgruppen befriedigt. Ähnlich beeindruckend sind die Darsteller: Djimon Honsou lässt den Zuschauer die Verzweiflung des lokalen Fischers deutlich spüren und Jennifer Connelly ist die Rolle der frechen Journalistin wie auf den Leib geschrieben. Leonardo DiCaprio legt nochmal einen drauf und liefert in der Rolle des klassischen Anti-Helden voller Zweifel und Zynik eine der komplettesten Charakter-Darstellungen der letzten Jahre ab. Spätestens mit dieser Arbeit (und mit Scorseses "Departed") hat er sein Image abgelegt und gilt mittlerweile völlig zurecht als einer der besten amerikanischen Schauspieler. Seinen perfektionierten afrikanischen Akzent wird man allerdings nur in der Original-Version hören, deren Vorzug sich in diesem Fall also noch einmal doppelt lohnt.

Blood Diamond In "Blood Diamond" sind die afrikanischen Rebellen allesamt kaltblütige Tötungsmaschinen und scheinen keinerlei politische Motive für ihr Tun zu haben. Das mag teilweise sogar zutreffend sein, ganz ohne Vereinfachungen kommt Zwick aber nicht aus. So ist und bleibt "Blood Diamond" eine Hollywood-Produktion und das Afrika-Bild im Film ist sicherlich nicht das differenzierteste. Allerdings stellt sich Zwick deutlich besser an, als es Sydney Pollack mit seiner "Dolmetscherin" tat. Der Grauen des Alltags, die willkürlichen Erschießungen und viele Aspekte der tragischen Geschichte dieses Kontinents werden zwar vereinfacht, aber dennoch deutlich herausgestellt. Das Problem der Konfliktdiamanten sollte auch dem naivsten Zuschauer deutlich werden und das ist es, worauf es schließlich ankommen sollte. Der Film ist kein leidenschaftlicher Angriff auf die Schmuck-Industrie oder politisch sonderlich scharf. Aber im besten Fall erreicht er, dass Kinogänger, die den Film primär wegen der Action und den Schauspielern ausgewählt haben, über ein wichtiges globales Thema nachdenken. Und das ist in der heutigen Zeit schon viel wert.



FAZIT

Blood Diamond Die Problematik von sogenannten Konflikt-Diamanten, das Grauen afrikanischer Bürgerkriege und der Ausbildung von Kindersoldaten und das Thema Kriegs-Journalismus. All dies versucht Edward Zwick mit seinem neuen Film unter einen Hut zu bringen. Größtenteils gelingt ihm das zwar, der letzte Teil seines zu lang geratenen Films nimmt der Geschichte durch die stark an herkömmliche Hollywood-Schemata angelehnte Dramaturgie allerdings etwas die Wucht. Die Spannung des Films, die grandiose Inszenierung und vor allem die großartige Arbeit der Hauptdarsteller macht "Blood Diamond" dennoch sehenswert. Ein Film, der großartig unterhält und nachdenklich stimmt, das Risiko dieses Kontrastes durchaus bewusst eingeht und im Endeffekt trotz einiger Mängel doch beeindruckt.

Von Till Kadritzke



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