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Batman Begins

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Kinostart
16.06.2005

Genre
Action

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
Warner

Regie
Christopher Nolan

Autor
David S. Goyer / Christopher Nolan

Laufzeit
140 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Christian Bale
Sir Michael Caine
Liam Neeson
Katie Holmes
Morgan Freeman
Rutger Hauer




Der zweite erste Teil

INHALT

Batman Begins Der kleine Bruce drängt seine Eltern, die laufende Theatervorstellung schnell zu verlassen, denn die Fledermauskostüme auf der Bühne ängstigen ihn sehr. Seit dem Sturz in einen Brunnen, in dem es nur so vor geflügelten Mäusen wimmelte, halten den Jungen Alpträume und Panikattacken in Atem. Seine Phobie vor Fledermäusen ist immens; Vater Wayne - Eigentümer von Wayne Enterprises und Multimillardär - weiß von den Problemen seines Sohnes und so begibt sich die Familie vorzeitig auf den Heimweg. Doch ein einfacher Straßenräuber will sich der Habseligkeiten der Waynes bemächtigen und zwei Schüsse fallen. Bruce muss den Tod seiner Eltern mit ansehen - ein Vorfall, der sein gesamtes Leben für immer prägen wird...

Ein gebrochener Mann streift als steinreicher Landstreicher durch die Welt und führt dabei ein Leben als Taschendieb. Bruce Waynes (Christian Bale) konfuser Lebensstil findet erst ein Ende, als er auf den geheimnisvollen Ducard (Liam Neeson) trifft. Dieser bringt ihm bei, Körper, Geist und seine größten Ängste zu beherrschen, um so seinen Schwur zu erfüllen und den Kampf gegen das Böse aufzunehmen. Zurück in seiner Heimatstadt Gotham City, muss Bruce feststellen, dass die alte Heimat unter hemmungsloser Korruption und unkontrollierbarer Kriminalität leidet. So beschließt Mr. Wayne, seinem Leben einen Sinn zu geben und all die Ungerechtigkeiten in seiner Stadt zu bekämpfen. Für die notwendige Ausrüstung sorgt Wayne Enterprises selbst, denn im hauseigenen Entwicklungslabor befindet sich so allerlei Spielzeug, was sich im Laufe der Zeit aus verschieden Projekten angesammelt hat - nicht zuletzt ein Spezialanzug aus einem besonders widerstandsfähigen Material. Doch die Hauptwaffe gegen das Verbrechen wird die Furcht sein, die der nun schwarze Ritter auf seine Opfer ausübt - denn Batman ist erfüllt von einem großen Gerechtigkeitssinn - und von großen Rachegelüsten...



KRITIK

Batman Begins Vor über 60 Jahren erblickte - damals noch Bat-Man - die Welt als Comicfigur. Zahlreiche Spiel- und Zeichentrickfilme sind seit dem erschienen, und - nicht zu vergessen - die legendäre Fernsehserie mit dem dynamischen Duo Batman und Robin. Viel "Pow" und "Peng" und recht strumpfhosenartige Kostüme prägten damals das Bild von Bruce Wayne, der ein Doppelleben als schwerreicher Geschäftsmann und Superheld zugleich führte. Doch 1989 hat sich der Auftritt des schwarzen Ritters schlagartig gewandelt. Regisseur Tim Burton, in letzer Zeit für Filme wie "Big Fish" oder "Mars Attacks!" bekannt, nahm sich des Themas an und verpasste dem maskierten Helden mit Michael Keaton in der Hauprolle mit "Batman" ein neues Image.

Der Charakter Bruce Wayne erhielt mehr Tiefe, seine innere Zerrissenheit, seine Trauer und Wut und seine Rachegelüste kamen mehr zum Tragen. Insgesamt erschien die Figur des Batman düsterer und geheimnisumwobener und nicht zuletzt: unheimlicher. Das ansonsten makellose Heldenimage wurde nun ab und zu von der eigenen Böswilligkeit durchbrochen, man wusste nicht immer ganz genau, auf welcher Seite er nun eigentlich steht. Dass das Gute überwogen hat, versteht sich jedoch von selbst. War Tim Burtons Fortsetzung mit "Batman Returns" noch immer im dunklen Stil des ersten Films gehalten, konnte bereits "Batman Forever" den ersten beiden Teilen nur noch bedingt das Wasser reichen; Val Kilmer wurde als Batman von vielen zur Fehlbesetzung deklariert. Burton und Keaton waren aus dem Projekt ausgestiegen und Joel Schumacher übernahm die Inszenierung mit einer recht bunten Neuinterpretation. Das sollte sich auch mit "Batman und Robin" nicht ändern, auch wenn Frauenschwarm George Clooney sein Bestes gab, das Publikum bei der Stange zu halten.

So sind seit dem letzten Batman-Film acht Jahre vergangen, bis die Fangemeinde nun endlich wieder ihren Helden zu Gesicht bekommt. Die Erwartungen sind hoch, waren doch selbst bei hartgesottenen Anhängern die letzten beiden Filme recht verpönt. Schon vorab sei verraten, dass Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan, der bereits mit "Memento" für Aufsehen sorgte, ein durchaus gelungenes Werk mit "Batman Begins" vollbracht hat. Eine auf den ersten Blick recht eigenwillige Besetzung mit Christian Bale, zuletzt bis auf die Knochen abgemagert in "Der Maschinist" zu bewundern, erweist sich als DIE Besetzung schlechthin. Mysteriös und nur schwer durchschaubar kommt der Brite daher, ganz im Sinne des doch sehr dunkel angehauchten Stils des aktuellen Streifens. Sobald sich Wayne zu Batman verwandelt, mutiert scheinbar sein Wesen zum Tier; Bale änderte dann sogar seine Stimme, um animalischer zu wirken, was zwar Sinn macht, zeitweise jedoch etwas übertrieben wirkt. Auch wenn "Batman Begins" als Vorgänger zu "Batman" gehandelt werden könnte, sehen die Filmemacher mit ihrer Produktion eher den Beginn einer neuen, eigenständigen Filmreihe. Verspielter Kitsch gehört der Vergangenheit an, der neue Bruce Wayne alias Batman ist nun im wahrsten Sinne des Wortes der schwarze Rächer. Doch bis es dazu kommt, muss der erwartungsvolle Zuschauer eine gute Stunde warten, bis er zum ersten Mal den Anblick des neuen - und in der Tat sehr schicken - Batman-Kostüms genießen darf.

Batman Begins In zwei Etappen unterteilt, beschäftigt sich der erste Teil des Films mit dem Wie und Warum, also mit der Entstehungsgeschichte von Batman. Aber Befürchtungen, es könne Langeweile aufkommen, können hiermit zerstreut werden, denn mit viel Action schlägt sich Bruce durch die Welt und muss dabei eine ganze Menge wegstecken. Das Batsuite hätte wohl einige schmerzvolle Schläge abhalten können, aber dieser Schritt folgt erst später. Dabei hat Christopher Nolan viel Wert auf Realismus gelegt, fiktive Zauberreien hatten in seinem Werk nichts zu suchen. Alle Ausrüstungsgegenstände sollten einen praktischen Nutzen haben und aus der angewandten Forschung von "Wayne Enterprises" stammen. Daher wird in der Geschichte genau erklärt, welche Teile woher stammen und welche Verwendung sie finden. Auch das Batmobil - eine Mischung aus Lamborghini und Humvee-Jeep - sollte eigentlich als Brückenlegefahrzeug fungieren. So hat es keinerlei Ähnlichkeit mit den bisherigen Fahrzeugen, die Batman zu fahren pflegte. Bemerkenswert bei diesem Wagen ist, dass sämtliche im Film gezeigte Gimmicks tatsächlich funktionieren. Ein Sprung von 18 Metern ist ebenso möglich wie die Fahrt mit über 170 Sachen durch die Straßen von Chicago, was als einer der Drehorte für Gotham City herhielt.

Die zweite Hälfte gleicht da schon eher den bisherigen Verfilmungen, geht es doch mit reichlich Ach und Krach daher. Die Kampfszenen wissen mit Sicherheit auch Fans asiatischer Kampftechniken zu begeistern, die Batman mit seiner eigenen Interpretation zum Besten gibt. Der neu konzipierte Anzug erlaubt Batman auch alle Martial-Arts-Bewegungen, die er in den Kampfsequenzen des Films ausführt und damit seinen Gegner gewaltig zusetzt. Dass die gewohnten Bat-Ausrüstungsgegenstände nicht fehlen, ist selbstverständlich. Ohne seine Schussvorrichtung für einen magnetischen Enterhaken und einen Monofilament-Strick zum schnellen Abseilen beispielsweise, wäre die Fledermaus doch eher nur eine Maus und somit in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Im Gegensatz zur ersten und sehr ernstem Filmhälfte ist ein leichter Anstieg des Humorlevels zu bemerken. Besonders Butler Alfreds trockene Sprüche lassen hier und da einen Schmunzler zu. Gemimt wird Waynes kautziger Diener von Sir Michael Caine, der mit einer devot verkappten Dominanz daherkommt und Bruce mit einem väterlichen Schutzinstinkt unter seinen Fittichen hat.

Überhaupt kommt mit "Batman Begins" ein beeindruckendes Staraufgebot auf die Leinwand. Allerdings behalten die Stars den Part, der für diesen Film angemessen scheint: die Nebenrolle. Ob nun Morgan Freeman, Rutger Hauer oder Liam Neeson, keiner der Herren versucht, Batman alias Christian Bale die Show zu stehlen. Fast alle Charaktere gab es auch schon in den zahlreichen Batman-Comic-Vorlagen, aber Katie Holmes alias Rachel Dawes ist neu hinzugekommen. Als Sandkastenliebe von Bruce begleitet sie dessen Höhen und Tiefen, ohne später wirklich etwas von Bruce' Doppelleben zu wissen. Einigen wird Holmes bereits aus der TV-Serie "Dawson's Creek" bekannt sein, anderen als aktuelle Freundin von Tom Cruise. In jedem Fall spielt sie die Rolle konsequent und schnörkellos, ohne jedoch die Gefühle zu Bruce völlig außer Acht zu lassen.

Wer kennt es nicht, das typische Batman-Theme, die Titelmusik, wenn das Bat-Logo auf der Leinwand erscheint. Aber alles ist jetzt irgendwie anders, darum muss der Zuschauer auf das herkömmliche Intro verzichten, was den einen oder anderen Fan schmerzen wird. Für die restliche musikalische Untermalung sorgte kein geringerer als Hans Zimmer, der schon die Musik zu über 100 Filmen (The Rock, The Lion King, Black Hawk Down) geschrieben hat. Dem in Hollywood ansässigen Deutschen ist es gelungen, die düstere Atmosphäre des Streifens noch einmal eindrucksvoll zu unterstreichen.



FAZIT

Batman Begins Obwohl schon in die Jahre gekommen - immerhin tauchte Bat-Man bereits 1939 in Comics auf - scheint der schwarze Ritter noch nichts von seiner Faszination verloren zu haben. Im Gegenteil, denn der Run auf Fanartikel und DVDs ist ungebrochen. Ein Grund für die Beliebtheit der Fledermaus könnte durchaus sein, dass Batman, im Gegensatz zur Konkurrenz wie Spider- oder Superman, über keinerlei Superkräfte verfügt. Er ist ein ganz normaler Mann mit einem dicken Konto und einer zerrissenen Seele. Er ist verletztbar wie du und ich; das macht die Figur so attraktiv. Batman ist ein Mensch aus Fleisch und Blut und um so erfreulicher ist dann die Tatsache, dass sich kein weiterer Teil zu den letzten - und mit Verlaub recht verkorksten - Batman-Abenteuern reiht und ein Neubeginn geschaffen wurde. Wer sich also ohnehin für "Batman" und "Batman Returns" begeistern konnte, wird auch von "Batman Begins" angetan sein, ähnelt er doch dem nicht ganz so Comichaften und weniger schrillen Auftritt der Tim Burton-Filme. Wir lernen einen neuen Batman kennen, etwas grimmiger, etwas animalischer, etwas rachsüchtiger. Batman begins.

Von Lars Lehmann



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