Anzeige
MPeX.net Suche
Home Page : Movies : Basic Instinct: Neues Spiel für Catherine Tramell

Basic Instinct: Neues Spiel für Catherine Tramell

» Links zum Artikel
Original Titel
Basic Instinct 2: Risk Addiction

Kinostart
30.03.2006

Genre
Thriller

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Constantin

Regie
Michael Caton-Jones

Autor
Henry Bean / Leora Barish

Laufzeit
110 Minuten

FSK
ab 16 Jahren

Hauptdarsteller
Sharon Stone
David Morrissey
Charlotte Rampling
David Thewlis




Game Over

INHALT

Basic Instinct Die attraktive Krimi-Bestsellerautorin Catherine Tramell (Sharon Stone) gerät in der britischen Metropole London auf die falsche Seite des Gesetzes. Dr. Michael Glass (David Morrissey), ein renommierter Kriminalpsychologe, wird von Scotland Yard-Inspektor Roy Washburn (David Thewlis) beauftragt, ein psychiatrisches Gutachten über Tramell durchzuführen, nachdem auf geheimnisvolle Weise ein Profi-Fußballer ums Leben gekommen ist. Trotz des Rats seiner Mentorin, Dr. Milena Gardosh (Charlotte Rampling), verstrickt sich der körperlich und intellektuell von Tramell angezogene Glass immer stärker in deren Netz aus Lügen und Verführung. Bald verschwimmen die professionellen Grenzen, da Tramell unmissverständlich klar macht, was sie von Glass will. Ein mörderischer Machtkampf beginnt, der an seinem Höhepunkt angelangt ist, als Glass vor einer Entscheidung steht, die beider Leben grundlegend verändern kann ...



KRITIK

Basic Instinct 1992 sorgte Sharon Stone mit ihrer Darstellung der sexy Schriftstellerin Catherine Tramell in "Basic Instinct" für einen echten Hit an den Kinokassen, die berühmte Verhörszene, in der sie die Beine übereinander schlägt und für einen Kinofilm ungewöhnlich tiefe Einblicke zulässt, schrieb Filmgeschichte. Die Diskussion um die Freizügigkeit der Darstellung lenkte damals von der Tatsache ab, dass es sich bei Paul Verhoevens "Basic Instinct" um einen hervorragenden Thriller handelte, der auch außerhalb jedes Skandals Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. 14 Jahre später kommt "Basic Instinct: Neues Spiel für Catherine Tramell" in die Kinos. Freizügige Sex-Szenen sind mittlerweile auch in Hollywoods nichts Besonderes mehr, der Film an sich kann in den Vordergrund treten. Diesmal ist das Problem ein anderes: "Basic Instinct 2" ist eine einzige Enttäuschung.

Michael Caton-Jones ("Der Schakal", "This Boy's Life"), Regisseur von "Basic Instinct 2", hätte sich vielleicht einen Skandal wie damals gewünscht, um von der mangelnden Qualität seines Films abzulenken - mit dieser abstrusen Story wird er kaum jemanden in die Kinos locken. Catherine Tramell, die es für eine Roman-Recherche mittlerweile nach London verschlagen hat, steht unter Verdacht, einen Fußball-Star umgebracht zu haben. Kriminalpsychologe Michael Glass wird von der Polizei herangezogen, um ein Gutachten zu erstellen, und während um ihn herum immer mehr Menschen auf mysteriöse Weise ermordet werden, lässt sich Glass auf ein gefährliches Spiel mit Tramell ein. So einfach lässt sich die Story dieses zweiten Teils skizzieren, die Autoren versuchen verzweifelt mit einem ähnlichen Spannungsbogen wie im Film von 1992 auch dessen atmosphärische Dichte zu kopieren. Vergebens. Die vielen Wendungen im letzten Drittel, die bei "Basic Intinct" noch wirklich zu überraschen wussten, sind hier so uninspiriert, dass die künstlich erzeugte Spannung in einem an Lächerlichkeit kaum zu überbietenden Finale endet.

Basic Instinct Die beiden Hauptdarsteller versuchen noch nicht einmal aus dieser belanglosen Story etwas herauszuholen. Von der prickelnden Intensität, mit der Sharon Stone vor 14 Jahren diese eiskalte Catherine Tramell darstellte, ist nicht mehr viel übrig. Die Tramell-Figur wirkt in ihrem "neuen Spiel" (deutscher Filmtitel) - teils durch die überzogene Darstellung Stones, teils durch das schwache Drehbuch - wie ihre eigene Parodie, nicht mehr als ein Verhoeven-Zitat in einer zweitklassigen Komödie, die keine Komödie sein will. Unterboten wird das nur noch vom britischen Hauptdarsteller David Morrissey ("Entgleist"), der derartig gelangweilt durch den Film stolpert, dass man über einen Vergleich mit Michael Douglas (Hauptdarsteller in "Basic Instinct") nicht einmal nachdenken will. Morrisseys oft völlig unpassende Mimik leistet einen erheblichen Beitrag zur unfreiwiliigen Komik einiger Szenen und löscht auch noch das letzte Fünkchen Spannung in der Beziehung zwischen Tramell und Dr. Glass - ein Ameisenbär hätte der Figur des Psychoanalytikers auch nicht viel weniger Tiefe verliehen. Auch Charlotte Rampling wirkt nicht besonders motiviert - kein Wunder bei dieser Charakterzeichnung - und bringt ihre Szenen souverän hinter sich. Einzig David Thewlis als zwielichtiger Cop kann innerhalb der Darstellerriege überzeugen und sorgt dafür, dass man zwischenzeitlich sogar ein wenig über die Story nachdenkt.

Die spärlichen Pluspunkte sind schnell aufgezählt: Michael Caton-Jones hat "Basic Instinct 2" souverän inszeniert, der Soundtrack überzeugt, auch wenn er selbstverständlich nicht an die großartige musikalische Untermalung von 1992 herankommt, und Produktionsdesigner Norman Garwood schafft einen beeindruckenden London-Look, der sich angenehm vom Aussehen dieser Metropole in anderen Filmen absetzt. Mehr ist nicht. "Die Handlung sorgt für eine Menge Fragen, so dass die Zuschauer ganz im Geschehen aufgehen und sich ständig überlegen müssen, warum dies so oder anders geschieht.", sagt Regisseur Caton-Jones. Stimmt nicht ganz. Die Handlung sorgt zwar für eine Menge Fragen, deren angebotene Antworten sind genau wie die vermeintlich überraschenden Wendungen allerdings so uninspiriert und belanglos, dass man als Zuschauer höchstens noch überlegt, warum man sich diesen Film angesehen hat.



FAZIT

Basic Instinct "Neues Spiel für Catherine Tramell" kommt auf keiner Ebene auch nur annähernd an "Basic Instinct" heran. Das langweilige Drehbuch, das oft nervige Spiel der Darsteller und die verzweifelten Versuche, die Atmosphäre des Klassikers von 1992 heraufzubeschwören, verhindern jegliches Interesse an den Geschehnissen auf der Leinwand. Schade, dass hier ein weiterer Filmklassiker mit einem Sequel versehen wurde, das die Welt absolut nicht braucht.

Von Till Kadritzke



LINKS
» Filme bei Amazon.de
» Homepage zum Film
» Basic Instinct (Steelbook, 2 DVDs) bei Amazon.de
» Sliver bei Amazon.de


« Zurück zur Übersicht

Anzeige
Copyright © 2017 MPeX.net GmbH       Impressum       Verzicht       Suche Hosting by mpex