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Smokin' Aces

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Kinostart
01.03.2007

Genre
Komödie/ Action

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Universal

Regie
Joe Carnahan

Autor
Joe Carnahan

Laufzeit
109 Minuten

Hauptdarsteller
Ben Affleck
Andy Garcia
Alicia Keys
Ray Liotta




Joe Carnahans Identitätskrise

INHALT

Smokin' Aces Sie dachten, Guy Ritchies Gangsterfilme seien ein schlechter Abklatsch von Quentin Tarantinos Kultganovenstreifen? Dann kennen Sie Joe Carnahan und seinen neuen Film noch nicht. "Smokin’ Aces" ist der bislang dreisteste und vielleicht bemitleidenswerteste Versuch, auf Tarantinos Erfolgsschiene mitzufahren. Eine wahre Geschmacksentgleisung.

Zentrum des Geschehens ist Buddy "Aces" Israel (Jeremy Piven, "Old School"), ein Zauberkünstler aus Las Vegas, der seine Fittiche in allen möglichen kriminellen Geschäften und seine Wurzeln im Mafia-Lager hat. Als ihm das FBI auf die Schliche kommt, handelt Aces einen Deal mit den Agenten aus, der Mafioso-Boss Sparazza so gar nicht behagt: Der abgewrackte Magier verspricht, als Kronzeuge gegen Sparazza auszusagen und entscheidende Beweise für dessen Straftaten zu liefern, um sich selbst vor einer Inhaftierung zu bewahren. Der Mafia-Chef fackelt nicht lange und setzt ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf Aces aus, der sich in einer Hotelsuite am Lake Tahoe umgeben von Prostituierten und Leibwächtern versteckt hält. Die große Belohung zieht die schrägsten und auffälligsten Kopfgeldjäger der westlichen Welt magisch an. Insgesamt zehn Hitmen trudeln nach und nach am offenbar nicht allzu geheimen Aufenthaltsort des Mafia-Verräters ein und ringen um dessen Kopf, während die FBI-Agenten Messner (Ryan Reynolds, "Blade: Trinity") und Carruthers (Ray Liotta, "Narc") aufdecken, dass Aces’ Mafia-Verbindung facettenreicher ist, als bisher anzunehmen war.



KRITIK

Smokin' Aces Mal ehrlich, was trauen Sie einem Regisseur zu, dessen erstes filmisches Herzblut vor acht Jahren in einen Low-Budget-Film floss, der da hieß "Blood, Guts, Bullets, and Octane" – übersetzt etwa "Blut, Eingeweide, Patronen, und Oktan"? Vermutlich nicht viel, eine B-Movie-Karriere im Ganovenstreifenbereich vielleicht. Und was würden Sie ihm zutrauen, wenn Sie wüssten, dass ebendieser Mann der Regisseur von "Narc" ist? Joe Carnahans "Narc" überraschte 2002 mit seiner intelligenten Geschichte, guten schauspielerischen Leistungen von Ray Liotta und Jason Patric ("Der gute Hirte") und seiner gelungenen Atmosphäre Kritiker und Zuschauer weltweit ob Carnahans fragwürdiger Vergangenheit im Regiestuhl. Mit "Smokin’ Aces" verfällt der Regisseur nun wieder in sein Tarantino imitierendes B-Movie-Schema, obwohl der Film mit Stars und einem stolzen Budget von 17 Millionen Dollar ausgestattet wurde.

Unter den Kopfgeldjägern befinden sich allerlei oberflächliche Skurrilitäten. Mit von der Partie sind Alicia Keys alias Georgia Sykes und ihre waffenvernarrte Kollegin Sharice Watters, ein befremdliches Neo-Nazi-Trio, ein hoffnungslos unglaubwürdiger Ben Affleck ("Hollywoodland") als Teil eines weiteren Kleinkriminellentrios, ein wortwörtlich angenagter Folterspezialist (Nestor Carbonell) und Verkleidungskünstler Soot (Tommy Flanagan). Die Meute liefert sich vor den ritchie-esquen Sets des Films einen irritierend blutigen Kampf um die Sympathie des Zuschauers. Bald muss jedoch festgestellt werden, dass es in diesem Wettkampf keinen Sieger geben kann. Den Figuren fehlen dazu Charme, Witz und Selbstironie, die in Filmen wie "Pulp Fiction" oder "Bube, Dame, grAs" den Hang Tarantinos und Ritchies zu einer gewissen kommerziellen Stilisierung, die es auch Carnahan angetan hat, entschuldigen konnten.

Smokin' Aces "Smokin’ Aces" verfährt mit seinen Protagonisten im Grunde nicht anders als "Final Destination" und seine zwei plumpen Sequels, in denen auf frivol-pubertäre Art und Weise dem Titel folgend Teenager zur Freude des nicht minder pubertären Publikums in makaberen Situationen ihr Leben lassen müssen. Das Problem: "Smokin’ Aces" will kein fadenscheiniges Totschlag-Konstrukt sein wie "Final Destination", "Smokin’ Aces" will "Kill Bill" sein – mindestens! Carnahan kennt nur ein Mittel, mit dem die Übertrumpfung des Vorbilds seiner Meinung nach gelingen kann: Blut. Viel Blut. Kein "Final Destination"-Blut für Teenies, keine stylisiertes "Kill Bill"-Gespritze, echtes Carnahan-Blut muss es sein, das ohne Eingeweide, Patronen und Oktan einfach nicht existieren kann und darf! Glückwunsch Herr Carnahan, Sie sind genau da, wo Sie einst angefangen haben.



FAZIT

Smokin' Aces "Smokin’ Aces" ist ein Möchtegern-Kultfilm, der glaubt, mit extremer Gewalt und übercooler Montage ausgleichen zu können, was ihm fehlt: Eigenständigkeit, Originalität und Tiefe. Dass in Joe Carnahan mehr steckt als ein Tarantino-Imitator und eine Guy-Ritchie-Kopie, lässt sich nunmehr kaum erahnen. Aber es ist da, das Talent, die Souveränität, die "Narc" hervorgebracht hat. Irgendwo zwischen all den künstlichen Farben, hyperaktiven Kopfgeldclowns und exzessiven Blutbädern.

Von Therese Hopfmann



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